Erfahrungsbericht übers Live-Aid-Konzert in Berlin (Gesellschaft)

Erfahrungsbericht übers Live-Aid-Konzert in Berlin (Gesellschaft)

"Wir wollen nicht euer Geld. Wir wollen Dich.“ - So hieß es jedenfalls in der Werbung.

Versucht wurde herüberzubringen, dass es sich in "Wirklichkeit" um eine Demonstration handelt - gegen die Armut in Afrika und der Welt, dies wurde jedenfalls ständig aufs Neue scheinheilig betont. Allerdings hatte sie reichlich wenig von einer Demo. Verstehen konnten nur die etwas, die Nüchtern und im VIP-Bereich standen. Zudem ein sehr kleiner Teil "tatsächlich" etwas sehen konnte. Es sei denn, man wäre zu Hause geblieben, und hätte es sich im Fernsehen angeschaut. Und dort wo man etwas hören konnte, konnte man doch nichts hören, weil es überfüllt und voll mit Läden war, das die Menschen magisch anzog. Darausfolgt betrunkene Menschen, die eh nicht mehr zuhören können. Raffiniert?

Ich konnte beobachten, dass dadurch erstrecht bestimmte Gegensätze von REICH und ARM, GROß und KLEIN, MACHT und keine MACHT geschaffen werden. Teuflisch das Ganze! Die "Demo" erinnerte an alles, aber bestimmt nicht für eine Demonstration gegen Armut in der Welt, sondern an das Fehlverhalten menschlicher Begierde. Wo so manch einer selbst zusehen muss, dass er seinen Kindern wenigstens ihr tägliches Mittag zubereiten kann.

Im VIP-Bereich standen auffällig wenige Leute, die sehr viel Platz zur Verfügung hatten und was sehen konnten und durften und die unübersehbar überwältigende Mehrheit trampelt sich fast um. D.h. viele Leute und sehr, sehr wenig Platz. Gibt es bessere Vorraussetzungen für Armut und Neid?

Eine Demonstration gegen Armut in der Welt, in der es aber im Vordergrund steht, dass nur "besondere" Leute etwas sehen? Leute die über die Zäune klettern müssen und vergeblich versuchen in den VIP-Bereich zu gelangen, oder versuchen einen kurzen Blick zu erhaschen, um ihren “vorbildlichen“ Lieblingsstars zu sehen, indem sie auf Absperrungen klettern. Die Absperrungen waren so angelegt, dass sie zum Rüberklettern wahrlich einluden. Und irgendwie auch erbärmlich…

Obwohl eindeutig keine Gefahr für Wankelmut und Sinnesverlust spürbar waren hielten die „Offiziere“ sich strickt an dem Muster. Einige Aufpasser machten ohnehin nicht den cleversten Eindruck. Es gab noch so viel Platz im VIP-Bereich, dass man noch mehreren das Glück schenken hätte können, ihren Stars etwas näher zu sein. Aber Wozu – Entweder man war VIP oder nicht. D.h. die Glück hatten und ihren Ausweis gewonnen, gekauft, oder einfach frontal Glück gehabt haben. Also war das Konzert hauptsächlich für VIP-Leute gemacht. Bewusst wurde mir dies, als ich auf der Siegessäule stand und sie gerade Silbermond das Lied der perfekten Welle spielten, und man auch von dort nichts sehen konnte, aber einen wirklich guten Überblick hatte. Dabei fiel mir auch der auffallend leere VIP-Bereich auf. Es ging wirklich nur frontal um. Die Sache mit der Siegessäule ist übrigens auch eine interessante Art den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Soll SO die Armut bekämpft werden, wenn wir selber auf unsere eigenen Schwächen und Instinkten hereinfallen? Wer wollte das nicht - die "STARS" mal sehen, hautnah? NEID ist vorprogrammiert! Natürlich! Aber das Verlangen danach ein echtes Bedürfnis.

Alles in einem. Wo es etwas zu sparen gab, wurde gespart. Kostenlos war nichts. Sie war schlecht organisiert und schlecht geplant. Ich frage mich, was wirklich der Grund dieser Demo war und vor allem wer alles daran verdient hat. Ich halte sie für total am Thema vorbei. Gutes, ausgebildetes Personal konnten sie sich nicht leisten. Offiziere in roter Uniform wussten nicht einmal, wie und ob die Leute überhaupt ins VIB rein kommen könnten.
Ihnen wurde also nur gesagt: "hier keinen reinlassen."
SCHLAU ... so wie die Demo ... eine Manipulation und Verarschung.


Gibt es ähnliche oder gar unterschiedliche Erfahrungen?
Ich sehe den Sinn von Live 8 nicht.
Hätte man Geld gesammelt und dieses wirklich den Menschen in Afrika zur Verfügung gestellt,so wäre dies eine gute Sache gewessen.
Nicht wie unsere Entwicklungshilfe, welche größtenteils nur irgendwelchen Diktatoren hilft.
So bleibt es eine Sache, über die in 2 Wochen niemand mehr redet und die Stars haben etwas für ihr Image getan.
Genau das ist es - Imagepflege.

Super ein Benefiz-Konzert. Und? Weiter? Wem nützt's? Den Stars, die sich dabei sehen lassen können was "Gutes" zu tun.

Naja, ich war nicht da - und werd auch bei Folgeveranstaltungen nicht da sein.
Das war doch einfach wieder nur eine selbstdarstellung einiger stars unter einem edlen motto.
Mann hätte den armen in afrika mal unsere reichen stars zeigen sollen wie sie im namen der armen abfeiern und sie fragen sollen was sie nun effektiv dafon haben.
Zu dem was stefanie so ärgert, kann ich nur sagen, das die veranstaltung tv wirksam sein muss, die fans vor ort und wie es ihnen geht ist doch egal, hauptsache es stellt sich in der grossaufname eine riesige feiernde menschenmenge dar.
Und wenn die stars auch sagen das sie nichts dafür bekommen, sie haben aber wieder eine super eigenwerbung gemacht worüber nun wieder zig jahre gesprochen wird und preise wie bundesverdienstkreiz und friedensnobelpreis werden sogar in betracht gezogen.
Die lassen sich feiern auf kosten der armen und werden noch zu helden, pfui.
Besser währe, wenn ein deutscher prommi mal ein paar euro von seinen millionen dafür einsetzen würde mal im eigenen land zu helfen, obdachlosenheime, oder nahrungsmittel für bedürftige oder sonstwas, es gibt hier genug zu helfen,
aber das bringt ja keine weltpresse und klingt nicht so gut ein paar penner oder arme familien zu ernähren als wenn man sagt wir retten die welt, was eh keiner von uns überprüfen kann.
Absolut richtig.

Gutes Vorbild: Zwei Hamburger Millionäre, die zwei Wohnblöcke gebaut haben und die Wohnungen für einen Euro im Monat an Familien mit mindestens fünf Kinder vermieten.
Grund von Live8: Demonstration, damit die reichen Staaten die Schulden von Afrika erlassen.
Wirkung:
a)für die Armen in Afrika: keine
b)für Zuschauer: tolles Gefühl, etwas gegen Armut zu tuen
c)für die Läden bzw. Stände dort gute Geschäfte
erst denken, dann schreiben
Nun, es stimmt schon, was du schreibst. Ein weiteres Beispiel wäre die Organisation der SOS Kinderdörfer, deren Sammelstellen sind aufs Nobelste eingerichtet. Wo das gesamte Geld wirklich hinfließt, sollte man sich fragen. Damit will ich nicht sagen, dass sie nichts für ihre Sache tun, doch ein bisschen komisch kommt es einem dann doch vor. Der Pfarrer unseres Dorfes sammelt jedenfalls nicht mehr für diese Einrichtung.
>Malcoim: Das sollte ja auch nicht das Live8 direkt bewirken. Es soll bewirken, dass die reichen Staaten die Schulen für Afrika auf dem jetzt kommendem 8-Gifel-Treffen (oder wie das heißt) erlassen.

Das Konzert war nicht dafür da, dass man etwas spendet oder so!
wäre aber nützlicher gewesen.
Wenn prommis in so einer veranstaltung den politikern sagen müssen was sie humanitär zu tun haben, dann stimmt auf beiden seiten etwas nicht.

Für die promis wars ne selbstdarstellung
und die politiker machen eh das was sie machen wollen.
Das war einfach eine schow und weiter nichts,
die politiker die es im plan haben werden die situation afrika ansprechen, aber nicht weil bob geldorf das gesagt hat, sondern weil es im politischen plan steht.

Sollte etwas positives bewirkt werden kann man dem volk ja vermitteln das sie durch die "demo" etwas bewirkt haben, das macht dann ein gutes gefühl (bevor noch eine richtige demo gemacht wird).
Immerhin haben die Sänger das was sie verdient haben gespendet... http://portal.1und1.de/de/themen/unterhaltung/musik/news/1150736,cc=0000031369000115073617OlwM.html|click
Naja, auf Festivals und Konzerten gab es eigentlich immer schon diese sog. VIP-Areas. Nur dass diese im Laufe der Zeit immer dekadenter und protziger wurden.
So muss es heute für manchen Star schon ein vollklimatisiertes Zelt mit Polstermöbeln, Daddelkonsolen, Catering-Service und gern auch etwas mehr sein.
Gut fand ich dagegen, dass auf einem Bizarre-Festival, welches ich einst besuchte, ein spezieller "VIP-Bereich" nur für Menschen mit Behinderungen gab. Dieses erhöhte Podest mit Rampe, Bar und einigen Sitzgelegenheiten war zwar sicherlich nicht so luxuriös ausgestattet wie die Menschenleeren VIP-Bereiche auf dem Live-Aid, aber die Positionierung war dafür um so gelungener. Mitten vor der Hauptbühne (in einigem Abstand natürlich), perfekte Akustik, beste Sicht.

Das ist mal ein gutes Beispiel für einen VIP-Bereich ;o)

Was mir zu Ziel und Durchführung des Live-Aid noch auffiel, hat zwar mit dem Konzert selbst etwas weniger zu tun, wohl aber mit dessen Ziel, die Armut in Afrika zu bekämpfen.

Ursprünglich war von den Initiatoren des Konzertes vorgesehen, die reichen Industrieländern der westlichen Welt zu einem Schuldenerlass zu bewegen.
Statt dessen sieht es momentan so aus, als ob die "reichen", anstatt den "armen" die Schulden Teilweise zu erlassen, lieber noch mehr Geld in Entwicklungshilfe schiessen wollen. Damit aber werden die armen Nationen Afrikas in der Regel nur noch Abhängiger von den westlichen Geberländern.
Und ob jetzt mehr Geld ausgegeben wird oder auf Aussenstände verzichtet wird, dürfte eigentlich auf gleiche rauskommen. Jedenfalls kurzfristig.
Aber was passiert denn zum Beispiel, wenn jemand seiner Bank die Hypothek nicht zurückzahlen kann? Richtig. Irgendwann gehört das Haus der Bank...
Ich glaube nicht das der schuldenerlass für ein land den hunger der ärmsten des landes stillt.

Selbst wenn ich nicht davon ausgehe das dieses land seine neue liquidität für "unnötiges" missbraucht, so gibt es doch vieles was notwendig ist und den armen trotzdem nicht hilft.
Ich denke die werden sich davon waffen kaufen!
Die bekriegen sich doch schon seit jahrzehnten!
Schuldenerlass? Wir (Steuerzahler) zahlen nur die Zinsen bis 2015. Sinn?

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,363168,00.html
an xenon3 :klar jeder afrikaner kauft sich bei geldspenden sofort waffen weil er sich so gern bekriegt,er bringt auch so gern sein leben in gefahr ja hast ja recht diese doofen afrikaner..
an MZahle: meinst du das bei geldspenden jedem einzelnen das geld in die hand gedrückt wird glaubst du auch ernsthaft dass deutschland beispielsweise geld spendet
damit es der bürokratie und dem militaer afrikanischer Länder allein nutztund es somit dem 'hunger der ärmsten des landes' unterstützt?
an die themaerstellerin:wie du schon richtig erfasst hast ging es bei Live8 um eine Demonstration!Also war es garnich wichtig etwas zu sehen.Was zählte war das du dort warst und mitdemonstriert hast.passiv allerdings weeil ich stark annehme(wegen deinem ersten posting) das du nur hingegangen bist weil meintetwegen ne band da war deren musik du gerne hörst -ok wie der größte teil der menschen in berlin wie ich jetzt auch mal annehme ich galaub allerdings auch das das das ziel von bob geldorf war damit möglichst viele menschen die konzerte besuchen,mitdemonstierten,und somit hatte er auch mehr in der hand.
einfallslos, les dir mal meinen Artikel durch...
was soll mir das bringen?
Bildung?
Hättest du den Artikel vorher gelesen, wäre dein Thread wohl kaum zustande gekommen...
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