Einer der bedeutendsten Nazi-"Jäger" ist tot.
Simon Wiesenthal ist heute in Wien im Alter von 96 Jahren gestorben. Der 1908 in Buczacz (Galizien) geborene Wiesenthal verbrachte die Kriegszeit in insgesamt 12 Konzentrationslagern, in denen seine ganze Familie ermordert wurde.
Nach seiner Befreiung aus dem österreichischen KZ in Mauthausen durch die Amerikaner im Jahre 1945 verbrachte er sein Leben damit, Nazis, die sich nach Kriegsende in alle Welt verstreut haben zu "jagen". Dabei ging es Wiesenthal nicht um Rache, sondern darum, das Recht, das in seinen Augen die Kriegsverbrecher übergangen hatte wiederherzustellen. Als seine größten Erfolge gelten das Aufspürden der Alt-Nazis Adolf Eichmann (SS-Obersturmbannführer), Franz Stangl (KZ-Kommandant von Treblinka), Franz Murer (SS-Standartenführer in Litauen) und Hermine Braunsteiner (hundertfache Kindermörderin in Majdanek)und angeblich insgesamt über 1200 Kriegsverbrecher in aller Herren Länder.
Dabei gibt es auch Kritik an seiner Person: So warf z.B. Eli Rosenbaum, Chef des US-Justizministeriums im Bereich NS-Nachverfolgung Wiesenthal als "egomanisch, inkompetent und Betrüger der Überlebenden". Laut Rosenbaum habe Wiesenthal nicht die angegebene Zahl von Kriegsverbrechern ans Messer geliefert sondern "höchstens ein Dutzend" - selbst Wiesenthals Rolle bei der Ergreifung Eichmanns wird in Frage gestellt. Diese Aussagen Mengeles decken sich mit denen seines ehemaligen Mitarbeiters Otto Katz, der ihm vorwirft im Falle der "wichtigen Nazis" wie Josef Mengele oder Klaus Barbie auf voller Linie versagt zu haben.
Trotz aller Kritiker war Simon Wiesenthals Lebenswerk wohl ein sehr wichtiges. Er kämpfte Zeit seines Lebens gegen das Vergessen des Holocausts an, brachte sich mit (überwiegend) konstrujtiver Kritik in die Planung von Mahnmälern ein und bekam u.a.die Auszeichnungen "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" und "Ritter des Order of the British Empire" verliehen.
Sein Leben wurde 1989 unter dem Titel "Recht, nicht Rache" - gleichsam Wiesenthals Wahlspruch - verfilmt.
Edit: Die Verhaftung Eichmanns löste damals übrigens einen recht großen Rummel um die katholische Kirche aus - in erster Linie beteiligt war dabei ein gewisser Bischof Alois Hudal, der Alt-Nazis im großen Stil nach Südamerika schleuste (u.a. Bormann, Mengele und eben Eichmann)
Simon Wiesenthal ist heute in Wien im Alter von 96 Jahren gestorben. Der 1908 in Buczacz (Galizien) geborene Wiesenthal verbrachte die Kriegszeit in insgesamt 12 Konzentrationslagern, in denen seine ganze Familie ermordert wurde.
Nach seiner Befreiung aus dem österreichischen KZ in Mauthausen durch die Amerikaner im Jahre 1945 verbrachte er sein Leben damit, Nazis, die sich nach Kriegsende in alle Welt verstreut haben zu "jagen". Dabei ging es Wiesenthal nicht um Rache, sondern darum, das Recht, das in seinen Augen die Kriegsverbrecher übergangen hatte wiederherzustellen. Als seine größten Erfolge gelten das Aufspürden der Alt-Nazis Adolf Eichmann (SS-Obersturmbannführer), Franz Stangl (KZ-Kommandant von Treblinka), Franz Murer (SS-Standartenführer in Litauen) und Hermine Braunsteiner (hundertfache Kindermörderin in Majdanek)und angeblich insgesamt über 1200 Kriegsverbrecher in aller Herren Länder.
Dabei gibt es auch Kritik an seiner Person: So warf z.B. Eli Rosenbaum, Chef des US-Justizministeriums im Bereich NS-Nachverfolgung Wiesenthal als "egomanisch, inkompetent und Betrüger der Überlebenden". Laut Rosenbaum habe Wiesenthal nicht die angegebene Zahl von Kriegsverbrechern ans Messer geliefert sondern "höchstens ein Dutzend" - selbst Wiesenthals Rolle bei der Ergreifung Eichmanns wird in Frage gestellt. Diese Aussagen Mengeles decken sich mit denen seines ehemaligen Mitarbeiters Otto Katz, der ihm vorwirft im Falle der "wichtigen Nazis" wie Josef Mengele oder Klaus Barbie auf voller Linie versagt zu haben.
Trotz aller Kritiker war Simon Wiesenthals Lebenswerk wohl ein sehr wichtiges. Er kämpfte Zeit seines Lebens gegen das Vergessen des Holocausts an, brachte sich mit (überwiegend) konstrujtiver Kritik in die Planung von Mahnmälern ein und bekam u.a.die Auszeichnungen "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" und "Ritter des Order of the British Empire" verliehen.
Sein Leben wurde 1989 unter dem Titel "Recht, nicht Rache" - gleichsam Wiesenthals Wahlspruch - verfilmt.
Edit: Die Verhaftung Eichmanns löste damals übrigens einen recht großen Rummel um die katholische Kirche aus - in erster Linie beteiligt war dabei ein gewisser Bischof Alois Hudal, der Alt-Nazis im großen Stil nach Südamerika schleuste (u.a. Bormann, Mengele und eben Eichmann)
Hab's heute im Radio so zusammengefasst gehört:
"Holocaust-Überlebender, der seinen Leben das jagen von Nazis gewidmet hat, verstarb heute..."
Und musste sagen, "na zum Glück... Er hat mit seinem Tod gross was gegen Genozide beigetragen."
Der Typ wird immer anders dargestellt...
"Holocaust-Überlebender, der seinen Leben das jagen von Nazis gewidmet hat, verstarb heute..."
Und musste sagen, "na zum Glück... Er hat mit seinem Tod gross was gegen Genozide beigetragen."

Der Typ wird immer anders dargestellt...

es is immer traurig wenn bedeutende leute sterben...aber andere kommen nach!ausserdem leben die meisten "alten" nazis in florida...deswegen sind die ortsnamen z.t.auf deutsch.
Stimmt... Der sicherste Ort damals war unter Amis... >.<
Sicher das du nicht Mexico meinst? Wo man ihnen zu Asyl verhalf...? (zum Glück auch)
Sicher das du nicht Mexico meinst? Wo man ihnen zu Asyl verhalf...? (zum Glück auch)
Ich find sowas sinnlos,weil man sowas sowieso nie wegbringt.
Egal wieviel man die weghaben will,sowas wird immer da sein.
Egal wieviel man die weghaben will,sowas wird immer da sein.
Natürlich, aber wer derart abscheuliche Verbrechen wie die Nazis damals begangen hat und dann nicht mal genug Arsch in der Hose hat dafür geradezustehen, der hat sich einfach eine derbe Strafe verdient.
nee es war schon florida...speisekarten,ortsschilder,alles auf deutsch...die meisten alten nazis müssten jetzt eh schon tot sein,die möglichkeit einen zu finden,dürfte inzwischen gering sein.
Könnte auch an den Urlaubern liegen - in Mallorca gibt es auch ziemlich viel Deutsches - und dass da schon Alt-Nazis waren kann ich mir nicht vorstellen.
Wiesenthal jagte übrigens bis zuletzt einen gewissen Alois Brunner (89), den er in Syrien vermutete.
Die meisten Alt-Nazis wurden nach Südamerika geschleust, Argentinien, Chile oder Bolivien waren recht deutsch-freundlich eingestellt und gewährten auf Bitten des Vatikan und der Odessa (Organisation Der Ehemaligen SS-Angehörigen) gerne Asyl für fliehende Kriegsverbrecher.
Wiesenthal jagte übrigens bis zuletzt einen gewissen Alois Brunner (89), den er in Syrien vermutete.
Die meisten Alt-Nazis wurden nach Südamerika geschleust, Argentinien, Chile oder Bolivien waren recht deutsch-freundlich eingestellt und gewährten auf Bitten des Vatikan und der Odessa (Organisation Der Ehemaligen SS-Angehörigen) gerne Asyl für fliehende Kriegsverbrecher.
Viele Nazis gingen auch in die USA. ;)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17439/1.html
Viele waren aber zu faul so weit zu reisen und blieben lieber in der BRD wie dieser nette Mann hier http://www.gegeninformationsbuero.de/frameset.html?/krieg/befreiung60_broschuere_gehlen.htm
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17439/1.html
Viele waren aber zu faul so weit zu reisen und blieben lieber in der BRD wie dieser nette Mann hier http://www.gegeninformationsbuero.de/frameset.html?/krieg/befreiung60_broschuere_gehlen.htm
Wie sollen wir jemals vernünftig miteinander auskommen, wenn ich zu einem Juden nicht mal sagen darf : "Hey halts Maul, sonst lass ich dich gleich durchn Kamin!"
Solange man so gehemmt miteinander umgeht wie heute, kann es eh nix werden..
Ausserdem will ich zu einem Schwarzen "Nigger" sagen dürfen, untereinander tun sie ja auch !
Herrgott, wir sind doch eh alle gleich !!!
Solange man so gehemmt miteinander umgeht wie heute, kann es eh nix werden..
Ausserdem will ich zu einem Schwarzen "Nigger" sagen dürfen, untereinander tun sie ja auch !
Herrgott, wir sind doch eh alle gleich !!!
Wie sollen wir jemals vernünftig miteinander auskommen, wenn ich zu einem Juden nicht mal sagen darf : "Hey halts Maul, sonst lass ich dich gleich durchn Kamin!"
nun ich sehe das nicht als "vernünftig miteinander auskommen" an, wenn man sowas zueinander sagt, auch wenn es nich ernst gemeint ist O.o
nun ich sehe das nicht als "vernünftig miteinander auskommen" an, wenn man sowas zueinander sagt, auch wenn es nich ernst gemeint ist O.o
@Krissek:
Scheinbar verständlich - die USA begrub den alten Aggressor Deutschland lieber offiziell und stürzte sich komplett auf den Kalten Krieg...amerikanisches Gegenwartsdenken...hat scheinbar geholfen ;)
Scheinbar verständlich - die USA begrub den alten Aggressor Deutschland lieber offiziell und stürzte sich komplett auf den Kalten Krieg...amerikanisches Gegenwartsdenken...hat scheinbar geholfen ;)
Stimmt schon, man sollte alle Kriegsverbrecher laufen lassen. Das nennst du eine "gesunde rechte Einstellung"? Für mich ist dieser Beitrag an Ignoranz und tumber rechtsradikaler Schwachsinnigkeit kaum zu überbieten.
Sicher war Wiesenthal möglicherweise persönlich nicht gerade ein toller Typ (zumindest laut Beschreibungen) - aber was er getan hat war erstens verständlich und zweitens auch ziemlich wichtig.
Sicher war Wiesenthal möglicherweise persönlich nicht gerade ein toller Typ (zumindest laut Beschreibungen) - aber was er getan hat war erstens verständlich und zweitens auch ziemlich wichtig.
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