Hat der Mensch einen freien Willen? (Gesellschaft)

Hat der Mensch einen freien Willen? (Gesellschaft)

Woher wissen wir, dass wir einen freien Willen haben? Wer an (s)ein Schicksal glaubt, glaubt er auch daran keinen freien Willen zu haben? Wenn wir keinen freien Willen haben, wer bestimmt dann unsere Entscheidungen? Sind unsere Entscheidungen möglicherweise bereits im Neurophysiologischen determiniert?
Schicksal gibt es nicht, da jeder seines Glückes Schmied ist und mir immer zig tausende Optionen zur Verfügung stehen. Smiley
Gibt da so ne Therorie:

jeder Zustand führt zu einem folgenden (ich stoß etwas an, es fällt, stößt etwas anderes an usw.), was bedeuten würde, das man, einmal den LAuf in Gang gebracht, nichts mehr verändern kann.

Wir reagieren nur auf reize, das heißt, wir sind auch nur ein Spielball des Schicksals.

einen Ausweg aus der Theorie gibt es eventuell aber:

Man weiß nciht genau, nach welche gesetz das lich funktioniert, nähmlich gibt es da so ein experiment, wo das licht endweder durch die scheibe geht, oder aber nicht, was völliger Zufall zu sein scheint.

Wenn es Zufall gibt, gibt es zufälle, würde man rausfinden, nach welchem Gesetz das licht diese tut, wäre wirklich ALLES vorherbestimmt.

l
Schon - nur vllt bist es ja in Wirklichkeit gar nicht du, der entscheidet, sondern du hast nur das Gefühl einer freien Entscheidung.
Glaub ich zwar tendenziell auch eher nicht - aber wer weiß? Beweisen konnte des bisher keiner, aber auch net des Gegenteil. Und des wird wahrscheinlich auch beides nie passieren, vllt erfahren wirs nach dem Tod (was ich persönlich allerdings auch net glaub)
Interessante Frage! Wir sind ja immerhin so unfrei, dass jede Entscheidung für etwas eine Entscheidung gegen tausende andere Dinge darstellt, weil wir nur eine Sache machen können. (Beispielsweise kann ich nicht auf den "Veröffentlichen"-Knopf klicken und gleichzeitig nicht draufklicken)

Man könnte also auch sagen, dass unsere Entscheidungsfreiheit eigentlich nur eine Illusion ist und wir eigentlich auf einem vorbestimmten Kanal reisen, festgelegt durch andere Ereignisse.

Ich hatte in einem anderen Forum bereits einmal eine solche Diskussion. Dort haben wir festgestellt, dass alle Ereignisse direkte Folge des Urknalls sind, der sozusagen den ersten Dominostein umkippte und alle folgenden Ereignisse nur weitere Dominosteine sind. Würde man also alle Ereignisse, die in einem Augenblick im Universums stattfinden kennen, müsste man die Zukunft voraussehen können. (man muss also masse, lage, energie und bewegungsrichtung sowie geschwindigkeit jedes Teilchens im Universum kennen, um vorausberechnen zu können, was weiterhin passiert - unmöglich, ich weiß!)
Ich halte diese Frage auch für problematisch. Denn es könnte sein, dass wir nur glauben vor einer Wahl von Entscheidungen zu stehen - aber tatsächlich ist unsere Wahl schon lange vorher bestimmt.
Wenn wir also glauben einen freien Willen zu haben, dann sind wir auch für unser Verhalten verantwortlich. Aber wie würde unser Rechtssystem bloß aussehen, wenn wir feststellen müssten, dass wir gar keinen freien Willen haben? dann müssen wir doch jedem Verbrecher eingestehen, dass er gar keine Wahl hatte ob er nun eine Straftat begeht oder nicht
und wenn jemand an Schicksal glaubt, nutzt er das nicht möglicherweise dazu aus, zu behaupten, er sei ja nicht dran Schuld gewesen?
Dann ist es auch sein Schicksal, verurteilt zu werden...

Die Gesetzgebung ist ja auch nur ein Ergebnis fallender Dominosteine seid dem Urknall, genau wie die Tatsache, dass wir Verbrechen nicht gut heißen. Wären die Dominos anders gefallen, wäre Verbrechen vielleicht das tollste auf der Welt! Aber so ist es eben nicht.
Newtons "auf jede actio folgt eine reactio" gilt in der Quantenphysik, also entsprechend kleinen Bereichen, nicht mehr, wo die Kausalität augehoben zu sein scheint. Packen wir da noch die Chaostheorie drauf und eventuell stimmt dann beides nicht mehr:
Weder freier Wille noch eine komplett determinierte Zukunft (Schicksal).

Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass ich die Entscheidungen, die ich treffe, auch wirklich treffe, weil ich das so will, selbst wenn die Entscheidungsfindung gewissen Naturgesetzen unterworfen sein mag.

@Käp'n LeChuck
"Würde man also alle Ereignisse, die in einem Augenblick im Universums stattfinden kennen, müsste man die Zukunft voraussehen können."
Jaja, der Laplace'sche Dämon. Die Quantenphysik lässt das leider nicht mehr zu :-/
(Und Einstein eventuell - wegen der Gleichzeitigkeit ^^)
@Flomo
Warum eigentlich nicht? *amkopfkratztundgrübel*

Wann wäre ein bereich "entsprechend klein genug"? Ist unsere Erde schon zu groß? oder erst unser Sonnensystem?
Subatomarer Bereich :>
also kleiner als ein atom... naja, auch atome bestehen aus teilchen. Irgendwie will mir nicht in den Kopf, warum es nicht (theoretisch) möglich sein sollte, auf diesem wege das Verhalten aller Teilchen vorherzusagen.
Du kannst die Bahn eines Elektrons bspw. nicht vorhersagen o0
Es ist so:

wir denken uns:

Ja, das ist logisch, so entscheide ich mich.

Nur war unsere Entscheidung klar, da wir auf diesen Reiz so reagieren mussten, somit haben wir uns frei und ohne zwang entschieden, aber unsere Entscheidung war klar, weil wir durch einen oder mehrere Reize so entscheiden mussten.

l
Unser Handeln ist also neurologisch (oder allgemeiner: verhaltensbiologisch) determiniert?
@Flomo
selbst wenn man es könnte: man müsste für einen das in einem augenblick für alle Elektronen vorhersagen können. Deshalb ist es ohnehin nur eine Hypothese...
Ja, wir gehen ja von einem "Snapshot" des Universums aus. Das ist haargenau das, was Laplace vermutet hat, was du hier anführst (sein http://de.wikipedia.org/wiki/Laplace';scher_D%C3%A4mon|Dämon). Er wusste noch nichts von Quantenphysik und darum erschien es zu der Zeit noch absolut logisch und richtig. Heute erscheint es uns noch immer logisch und richtig, aber nur, weil uns die Quantenphysik so unlogisch und "falsch" erscheinen möchte :-P
Naja, aber was ist daran falsch, sogesehen stimmt das alles bis auf das mit dem Licht.

Vorhersagen kann man die Zukunft aber in keinem Fall, denn:

Wenn sie vorhergesagt ist, kann man sie ändern, denn in der Vorhersage selbst, kann nicht die vorhersage an sich enthalten sein, wenn dir gesagt wird, du stirbst morgen in nem Zug, dann gehst du net in den zug, daher ist dein wissen, und das wissen eines anderen schon eine Änderung.

l
Genau, und so ist es mit allen Dingen.
Beim Thema Elektronen beobachten hängen wir ja im Moment noch mit der Heisenbergschen Unschärferelation im Klinsch.

Determination haben wir mal in Philosophie durchgesprochen. Ist ein überaus interessantes und spannendes Thema. Besonders interessant fand ich in dem Zusammenhang:

"Der Mensch denkt Gott lenkt." Man betrachte hierbei nicht den Gott im allgemeinen, sondern als Synonym für Schicksal oder so..
Nicht nur bei Elektronen.

@l nennt mich l
"Naja, aber was ist daran falsch, sogesehen stimmt das alles bis auf das mit dem Licht."
Du sagtest, abgesehen vom Licht könne man alles vorherberechnen. Stimmt aber nicht. (Für alle, die's nachlesen: Nicht beirren lassen, die Heisenbergsche Unschärferelation hat nichts mit Messungenauigkeiten zu tun!)
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