Kommunismus (Gesellschaft)

Kommunismus (Gesellschaft)

Worum gehts eigentlich im Kommunismus?
Hat im Kommunismus der Staat das ganze Geld, und verteilt es gleich an alle? Also hat der Staat die macht? Und würdet ihr sagen, dass dadurch der Kommunismus das genau gegenteil vom Anarchismus ist?
Der Staat (als Vertretung des Volkes) soll im Kommunismus über alle Produktionsmittel verfügen (also auch Geld). In der Endphase (es gibt ja mehrere) soll der Staatsapparat wegfallen, einfach aus dem Grund, weil man ihn nicht mehr braucht. Das soll dann der Fall sein, wenn man auf den Menschen keinen Zwang mehr ausüben muss, einfach aus dem Grund, weil er sich moralisch so weit entwickelt hat, dass der Mensch Einsicht in die Notwendigkeit zum Arbeiten erlangt hat.
Jeder soll soll nach seinen Fähigkeiten arbeiten und nach seinen Bedürfnissen vom gemeinsam erwirtschafteten nehmen.
Letztendlich ist Kommunismus also Anarchismus (zumindest in der letzten Phase, in der kein Druck mehr ausgeübt wird. (Anarchismus ist ja die Abwesenheit jedglicher Herrscher, wie Regierungen, Firmenchefs usw., also ist praktisch alles, auch die Demokratie, nämlich die Herrschaft des Volkes, das Gegenteil von Anarchismus).

Anarchismus ist heute noch nicht machbar, einfach aus dem Grunde, dass die meisten Menschen Druck brauchen, um produktiv zu sein (zum Beispiel die Kündbarkeit, der Wunsch nach mehr Geld und damit mehr Möglichkeiten oder der Wunsch auf einen höheren Posten, der ja wieder mit einem Machtzugewinn verbunden ist.)
an kann das nicht so pauschal sagen.
Heut zu tage gibt es unzählige Ausführungen und Abstufungen.
Und fast jede legt denn Kommunismus neun aus.
Anarchismus ist heute noch nicht machbar...

...und dafür bin ich dankbar :o)
Wieso? Wenn es machbar wäre, müsste niemand davor Angst haben...
@Käpt'n LeChuck:
...Anarchismus ist ja die Abwesenheit jedglicher Herrscher, wie Regierungen, Firmenchefs usw...

Das Problem ist doch, daß sich hierarchische bzw. gesellschaftliche Beziehungen nicht nur auf die Wirtschaft, sondern eben auch auf das (gemeinschaftliche) Zusammenleben im Allgemeinen beziehen. Außerdem geht es nicht nur um Unter- bzw. Überordnung (und die Bezeichnung dieses Zustandes), sondern auch um ein (koordiniertes) Miteinander, das dann ja per Logik ebenfalls ausgeschlossen wäre.

Interessant in diesem Zusammenhang ist sicher auch, daß der wissenschaftliche Kommunismus den 'staatenlosen' Anarchismus geradezu ablehnt, die 'klassenlose' Gesellschaft dagegen als Endziel definiert und den 'Staat' als Koordinator gemeinsamer ökonomischer Interessen und Verwalter des gemeinschaftlichen Eigentums versteht.

Und nur ein bisschen Anarchismus geht irgendwie auch nicht. Auch nicht ein wenig Freiwirtschaftsbewegung á la Gesell. Ich bin selbst kein glühender Verfechter des Kommunismus, aber Anarchismus ist mir, per Definition betrachtet, schlichtweg zu starker Tobak.

Vielleicht darf ich in diesem Zusammenhang mal Bucharin zitieren:

...Der Anarchismus ist nicht die Ideologie des Proletariats, sondern die Ideologie von deklassierten, produktiv nicht tätigen Gruppen, die sich von jeder produktiven Arbeit losgerissen haben: das Lumpenproletariat, das sich aus Proletariern, ruinierten Kleinbürgern, gesunkenen Intellektuellen, aus dem Gleise geworfenen und verarmten Bauern rekrutiert, mit einem Wort aus Habenichtsen...

Wenn man sich heute mal diesbezügliche (Web-) Publikationen anschaut und auch mal ein wenig Anteil an der Biografie der Urheber nehmen würde - ganz so aus der Luft gegriffen scheint dieses Zitat wohl doch nicht zu sein. Eher zeitlos und immer noch aktuell...

Und bitte nicht mit Bakunin antworten, dem 'Vernichter alles Bestehenden' - er hats irgendwie einfach nicht besser gewußt - dann doch lieber Robin Hood *g*
@FormatC
Lenin hat deutlich differenziert zwischen dem Endziel des Kommunismus - der Anarchie - und diesen "kleinbürgerlichen Anarchisten" wie du sie beschrieben hast und wies darauf hin, dass man das nicht verwechseln soll. Diese Sorte Anarchisten sind nämlich der Grund, warum man jetzt noch keinen Anarchismus durchsetzen kann. Sie würden diese Freiheit ausnutzen.

Ich denke Anarchismus (die Abwesenheit von Herrschern) kann nur durch Einsicht in die Notwendigkeit realisiert werden. Heute arbeiten die Menschen aus Zwang heraus. Eigentlich wollen sie nicht arbeiten, sondern das Geld haben! (Es gibt Ausnahmen). Im Anarchismus wird diese Ausnahme nun aber zur Regel und alle arbeiten, weil sie wissen, dass es ihren Mitmenschen etwas nutzt (und letztendlich natürlich auch ihnen selbst). Man hört also nun nicht mehr auf seinen Chef, weil der Vorgesetzter ist und dich mit Geldentzug (Entlassung) bestrafen/unterdrücken kann, sondern weil du weißt, dass er, genau wie du, seinen Beitrag an der Produktion leistet. Firmenchefs im Sinne von "Unterdrücker" gibts dann wirklich nicht mehr, sondern nur noch "Organisatoren".
@Käpt'n LeChuck:
Ich würde vorsichtig sein, Lenin anzuführen (der den Anarchismus nämlich rundherum ablehnte) - ich darf mal kurz zitieren:

...Der Anarchismus hat in den 35-40 Jahren (Bakunin und die Internationale 1866- ) seines Bestehens (seit Stirner aber sind es noch viel mehr Jahre) nichts gegeben außer allgemeinen Phrasen gegen die Ausbeutung. Mehr als 2000 Jahre sind diese Phrasen im Schwange.

Es fehlt
a) das Begreifen der Ursachen der Ausbeutung;
b) das Begreifen der gesellschaftlichen Entwicklung, die zum Sozialismus führt;
c) das Begreifen des Klassenkampfes als schöpferischer Kraft zur Verwirklichung des Sozialismus.


Mehr dazu gibts auch in "Staat und Revolution" - auch die Differenzierung zwischen 'staatenlos' und 'klassenlos' - womit dem Anarchismus zumindestens bei Lenin widersprochen sein dürfte. Lenin hat Marx' Aussage 'Das Endziel des Kommunismus ist die klassenlose Gesellschaft' also nicht in Frage gestellt...

[edit]
Nimmt man nur mal die Apostelgeschichte - die Urchristen wären waschechte Kommunisten, aber bei Weitem keine Anarchisten *g*
also um das ganze grob zu umreißen denke ich kann man sagen das der kommunismus die staatsform ist in der eine direkte demokratie herrscht und alle produktionsmittel in der hand des staates liegen


he wenn ihr das manifest lest dann kriegt ihr etwas vom ursprünglichen kommunismus nach marx mit
Karl May - Das Indianerfest

ähm ich meine Karl Marx- Das kommunistische Manifest
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Kommunistische_Manifest
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