Folgendes, ich bin an dem menschlichen Gehirn interessiert. nur gibt es noch zu weinige informationen zu unsrem gehirn.
ich würde gerne die gedanken und gefühle eines menschen zu einem bestimmten zeitpunkt messen, bzw. kennen.
ich frage mich, ob soetwas schon möglich ist oder wie es funktionorien könnte.
ich will mich noch genauer mit diesem thema befassen und das internet durchforschen, aber wenn ihr informationen habt oder links, die mir eine abkürzung in meinen nachforschungen bieten könnten wäre ich euch dankbar wenn ihr eure informationen mit mir teilt!
ich würde gerne die gedanken und gefühle eines menschen zu einem bestimmten zeitpunkt messen, bzw. kennen.
ich frage mich, ob soetwas schon möglich ist oder wie es funktionorien könnte.
ich will mich noch genauer mit diesem thema befassen und das internet durchforschen, aber wenn ihr informationen habt oder links, die mir eine abkürzung in meinen nachforschungen bieten könnten wäre ich euch dankbar wenn ihr eure informationen mit mir teilt!
sorry, aber wenn du noch einmal so einen müll mit, "google ist dein freund" bringst kann ich für nichts garantiereb *schertz^^*
und danke!
und danke!
Wie Gefühle im Gehirn entstehen
Die sichtbare Gestalt des Nervenzentrums verrät wenig über seine höheren Funktionen. Mit den neuen technischen Möglichkeiten, das Hirn "in Aktion" zu beobachten, hat sich unser Wissen stark erweitert. Vieles bleibt rätselhaft, doch die Forscher sind sich weitgehend einig: Auch was wir als höchst menschlich und individuell betrachten, entspringt aus der Biochemie der Nervenzellen - Sprachgewandtheit, Gefühlswelt, Charakter.
Der Eisenbahnarbeiter Phineas Gage verlor 1848 durch einen Unfall einen Teil seines Gehirns. Bei einer Sprengung flog eine Stange direkt durch seinen Kopf - durch den Kieferknochen ins Gehirn und am Hinterkopf wieder heraus. Wie durch ein Wunder überlebte Gage und konnte unbehindert weiterleben. Gage, der vorher ein gewissenhafter und angenehmer Mitmensch gewesen war, hatte von seiner Intelligenz zwar nichts verloren, wurde aber unstet und vor allem gefühlskalt: Offenbar hatte die Verletzung seine Emotionen zerstört. Seither sind Menschen mit Verletzungen (Läsionen) und Erkrankungen des Gehirns äusserst interessant für die Forschung.
Eigenschaften von Gehirnarealen bestimmen
Die Folgen einer Läsion lassen darauf schliessen, welche Fähigkeiten und
Eigenschaften im betroffenen Hirnareal sitzen. In den letzten anderthalb Jahrhunderten ist so eine recht detaillierte Karte der Hirnfunktionen entstanden. Hinter allen Anstrengungen der Wissenschafter steht die grosse Frage: Wie funktioniert unser Gehirn? Und: Kann alles Menschliche mit dieser Ansammlung von Nerven erklärt werden - selbst unsere Individualität, unser Charakter?
Das Extrembeispiel von Phineas Gage war wenig aussagekräftig. Leichtere Verletzungen sind oft aufschlussreicher. Marianne Regard, Neuropsychologin an der Universität Zürich, hat vor fünf Jahren das so genannte Gourmand-Syndrom entdeckt. Sie untersuchte einen Patienten, der nach einem Schlaganfall aussergewöhnliches Interesse an feiner Esskultur an den Tag zu legen begann. So beklagte er sich ausführlich über die Spitalmahlzeiten. Der Mann, der vorher politischer Journalist gewesen war, liess sich jeden Tag über exotische Spezialitäten und feine Restaurants aus. Nach der Entlassung aus dem Spital wechselte er bald von der Polit- in die Gourmet-Sparte. Seine Familie berichtet, er sei für kein anderes Thema mehr zu interessieren.
Nachdem Regard ähnliche Symptome auch bei anderen Schlaganfallopfern entdeckt hatte, untersuchte sie die geschädigte Hirnregion: Meist war die rechte Stirnpartie betroffen. Dort - so schliesst Regard - wird die Freude am feinen Essen geformt und kontrolliert.
Das tönt zuerst banal. Doch solche Impulskontrollen bestimmen wesentlich unsere persönlichen Vorlieben und unseren Charakter. Ob jemand jähzornig oder zurückhaltend, schüchtern oder aufdringlich ist, wird vom Ausmass seiner Impulsivität mitbestimmt. Wer sich nicht "im Griff" hat, wird im gesellschaftlichen Rahmen bald auffallen und Probleme erleben.
Neuronale Netzwerke
Studien an hirnverletzten Patienten haben ihre Grenzen. Sie sind nur aussagekräftig, wenn klar lokalisierbare Areale betroffen sind. Die Forschung der letzten Jahre hat aber gezeigt, dass die meisten höheren Funktionen nicht ausschliesslich in einzelnen solcher Zentren angelegt sind. Man geht heute von einem Aufbau in Modulen aus: Gruppen von Nervenzellen in ganz verschiedenen Bereichen der Hirnrinde sind vernetzt und arbeiten zusammen. Die Forscher sprechen von "neuronalen Netzwerken". Aus früheren Untersuchungen weiss man zum Beispiel, dass Emotionen und Aufmerksamkeit vom so genannten limbischen System gesteuert werden.
Dabei handelt es sich nicht um eine einzige, sondern um mehrere stark vernetzte Hirnregionen. Sie liegen verborgen im vorderen Teil des Schläfenlappens. Die Amygdala etwa, eine kleine, mandelförmigen Struktur, ist für die "affektive Perzeption" zuständig. Menschen ohne Amygdala erkennen zwar, was sie sehen, sie können damit aber keine Gefühle verbinden. Sie wissen nicht, ob sie die wohl bekannte Person, die sie eben angetroffen haben, lieben oder hassen. Auch das limbische System ist nur Teil eines grösseren Netzwerks. Mit der Hirnrinde, die für das eigentliche "Denken" zuständig ist, bestehen enge Verbindungen. Zu Lebzeiten des Eisenbahnarbeiters Gage kannte man die Funktion der Amygdala noch nicht. Ob sein Charakterwandel aus einer Verletzung dieser Hirnregion entstand, kann nachträglich nicht mehr gesagt werden.
Gehirn und Sprachkompetenz
Der komplexe Aufbau leuchtet ein: Die höheren Funktionen des Gehirns sind enorm vielfältig und verwoben. Ein gutes Beispiel ist die Sprache. Sprechen bedeutet nicht nur, Buchstaben mechanisch aneinander zu reihen. Grammatische Regeln wollen beachtet sein. Sätze werden dynamisch gestaltet, in Lautstärke, Rhythmus und Tonhöhe moduliert. Die Gefühlswelt beeinflusst das Reden stark. Und das Gehirn muss Sätze nicht nur bilden, sondern auch verstehen können - mit allen zwischen den Buchstaben versteckten Botschaften.
Am Anfang der Sprachforschung standen die Arbeiten von Broca und Wernicke. Der Franzose Paul Broca beschrieb 1861 einen Patienten, der wegen eines Tumors im linken Stirnlappen nicht mehr sprechen konnte. Er schloss, dass die Sprachproduktion in dieser - heute Broca-Areal genannten - Region stattfindet. Sein deutscher Kollege Karl Wernicke hatte Patienten beobachtet, die zwar fliessend sprechen konnten, aber Sprache kaum verstanden. Bei ihnen war der linke Schläfenlappen verletzt. Das Areal ist heute ebenfalls nach seinem Entdecker benannt.
Die Thesen der beiden Ärzte haben noch heute eine gewisse Gültigkeit, mussten aber stark modifiziert werden. Denn für die Sprache sind nicht nur diese zwei Zentren zuständig. Sven Haller, Arzt und Neurowissenschafter am Universitätsspital Basel, erforscht Sprachphänomene. Während recht gut bekannt ist, was beim Verstehen einzelner Wörter passiert, weiss man wenig darüber, wie ganze Sätze verstanden werden, und noch weniger, wie sie gebildet werden. Dabei laufen so viele Prozesse gleichzeitig ab, dass es schwierig ist, sie auseinander zu halten. Das gelingt Haller mit der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT oder fMRI). Mit Hilfe eines Kernspintomografen wird dabei der Blutfluss im Gehirn gemessen. Die Veränderungen des Sauerstoffgehalts in aktiven Gehirnteilen können abgebildet werden. Nicht nur in Momentaufnahme - die Bilder können auch zum Film zusammengesetzt werden und Abläufe darstellen. Hallers fMRT-Bilder zeigen, welche Regionen eher für das (inhaltliche) Satzverständnis zuständig sind und welche für den (grammatikalischen) Satzbau. Je komplexer das untersuchte Sprachverhalten, desto differenzierter auch das Bild der aktivierten Hirnareale. Die Fähigkeit zum Sprechen ist im Gehirn nicht an einem Ort fixiert, sondern in einem Netzwerk angelegt.
Selbstbeherrschung der Patienten herabgesetzt
Die netzwerkartige Struktur ermöglicht den Austausch von Informationen zwischen den Nervenzellen ganz verschiedener Hirnregionen. Sind Teile des Netzwerks durch eine Hirnverletzung beschädigt, funktioniert die Kommunikation nicht mehr richtig. Daraus können sich charakterliche Veränderungen ergeben. An solchen Störungen muss aber nicht immer eine Hirnverletzung schuld sein. Probleme gibt es auch, wenn die einzelnen Nervenzellen untereinander nicht richtig verbunden sind. Bei "hyperaktiven" Kindern ist die Impulsivität verändert - wie beim Gourmand-Syndrom, wenn auch mit anderen Ursachen und Auswirkungen. Sie können nicht still sitzen und sich nicht konzentrieren. Eine erkennbare Hirnschädigung liegt nicht vor. Dafür gibt es Hinweise, dass der Austausch von Botenstoffen - so genannten Neurotransmittern - zwischen den einzelnen Nervenzellen verändert ist. Bestimmte Medikamente beeinflussen die Symptome vieler Kinder positiv und helfen ihnen, sich zu konzentrieren. Die Medikamente sind - vielleicht überraschend - ein starkes Stimulans. Sie erhöhen die Konzentration des Neurotransmitters Dopamin in den Kontaktstellen der Nervenzellen, den Synapsen. Über diesen chemischen Stoff wird die Aufmerksamkeit mitgesteuert.
Die Wirksamkeit dieser Medikamente zeigt, dass Charaktereigenschaften wie Konzentrationsfähigkeit, Emotionalität oder Stimmungslage vom Neurotransmitter-Haushalt wesentlich beeinflusst werden. Auch schizophrene oder depressive Patienten leiden unter Fehlern im Neurotransmitter-Stoffwechsel. Woher solche Abweichungen im Stoffwechsel kommen, ist unbekannt. Man vermutet genetische Hintergründe.
Der Unterschied vom gesunden zum kranken Menschen ist dabei nicht immer sehr gross. Wo die Grenze vom aktiven zum hyperaktiven Kind liegt, hängt stark von den Anforderungen der Umwelt ab. Ein Bub, der in der Schule nie still sitzen kann, wäre vielleicht nie aufgefallen, wenn er seine Kindheit als Hirt verbracht hätte. Auch "normale" individuelle Unterschiede im Verhalten werden - davon sind die Wissenschafter überzeugt - von der Biochemie der Nervenzellen beeinflusst. Unser Charakter wird vom Austausch chemischer Substanzen in einem komplexen Zellnetzwerk mitbestimmt.
Neurotransmitter filmen
Bildgebende Verfahren können solche Unterschiede tatsächlich sichtbar machen. Die Aktivität einzelner Hirnareale kann mittels funktioneller Magnetresonanztomografie beobachtet werden. Spezielle Methoden der Tomografie machen es möglich, Konzentrationsveränderungen von Neurotransmittern zu "filmen". So werden neuronale Netzwerke sichtbar - in voller Aktivität, am lebenden Menschen. "Die dynamische Darstellung mit bildgebenden Verfahren ist ein wichtiger Fortschritt und wird in der näheren Zukunft noch einige Erkenntnisse bringen", meint Sven Haller. So genannte Kohärenzanalysen zeigen auf, welche Regionen des Nervenzentrums gleichzeitig aktiv sind, also zum gleichen Netzwerk gehören.
In den nächsten Jahren soll eine dynamische Landkarte der Gehirnprozesse angelegt werden. Sie könnte mehr Aufschluss über die Ursprünge unserer individuellen Eigenschaften geben. Die Dualität von Körper und Geist, die scharfe Trennung zwischen Seele und Materie existiert nicht, davon sind viele Neurowissenschafter überzeugt. Das würde bedeuten, dass sich alle Phänomene unseres Ichs auf biochemische Prozesse reduzieren liessen. Wir kennen bisher nur wenige Elemente dieser Vorgänge. Wichtig für Sven Haller ist die enge Vernetzung von Theorie und Praxis: "Die mit den neuen Instrumenten gewonnenen Erkenntnisse müssen in die theoretischen Modelle über das Gehirn einfliessen." Das bedeutet, dass auf die "philosophische" Seite der Psychologie nicht verzichtet werden kann. Nur theoretische Überlegungen formen ein Gesamtbild des Geists aus den einzelnen Einblicken. Haller ist überzeugt: "Kein Forscher würde behaupten, das Gehirn als Ganzes zu verstehen."
Thomas Pfluger für DOSSIER GESUNDHEIT
Weitere Informationen zum Unfall von Phineas Gage:
http://psyphz.psych.wisc.edu/~irwin/gage.htm
http://www.deakin.edu.au/hbs/GAGEPAGE/
das ist mein bisheriger stand der informationen die ich rausfinden konnte. ich hoffe ihr findet es auch so interessant wie ich und könnt mir weiter helfen!
Die sichtbare Gestalt des Nervenzentrums verrät wenig über seine höheren Funktionen. Mit den neuen technischen Möglichkeiten, das Hirn "in Aktion" zu beobachten, hat sich unser Wissen stark erweitert. Vieles bleibt rätselhaft, doch die Forscher sind sich weitgehend einig: Auch was wir als höchst menschlich und individuell betrachten, entspringt aus der Biochemie der Nervenzellen - Sprachgewandtheit, Gefühlswelt, Charakter.
Der Eisenbahnarbeiter Phineas Gage verlor 1848 durch einen Unfall einen Teil seines Gehirns. Bei einer Sprengung flog eine Stange direkt durch seinen Kopf - durch den Kieferknochen ins Gehirn und am Hinterkopf wieder heraus. Wie durch ein Wunder überlebte Gage und konnte unbehindert weiterleben. Gage, der vorher ein gewissenhafter und angenehmer Mitmensch gewesen war, hatte von seiner Intelligenz zwar nichts verloren, wurde aber unstet und vor allem gefühlskalt: Offenbar hatte die Verletzung seine Emotionen zerstört. Seither sind Menschen mit Verletzungen (Läsionen) und Erkrankungen des Gehirns äusserst interessant für die Forschung.
Eigenschaften von Gehirnarealen bestimmen
Die Folgen einer Läsion lassen darauf schliessen, welche Fähigkeiten und
Eigenschaften im betroffenen Hirnareal sitzen. In den letzten anderthalb Jahrhunderten ist so eine recht detaillierte Karte der Hirnfunktionen entstanden. Hinter allen Anstrengungen der Wissenschafter steht die grosse Frage: Wie funktioniert unser Gehirn? Und: Kann alles Menschliche mit dieser Ansammlung von Nerven erklärt werden - selbst unsere Individualität, unser Charakter?
Das Extrembeispiel von Phineas Gage war wenig aussagekräftig. Leichtere Verletzungen sind oft aufschlussreicher. Marianne Regard, Neuropsychologin an der Universität Zürich, hat vor fünf Jahren das so genannte Gourmand-Syndrom entdeckt. Sie untersuchte einen Patienten, der nach einem Schlaganfall aussergewöhnliches Interesse an feiner Esskultur an den Tag zu legen begann. So beklagte er sich ausführlich über die Spitalmahlzeiten. Der Mann, der vorher politischer Journalist gewesen war, liess sich jeden Tag über exotische Spezialitäten und feine Restaurants aus. Nach der Entlassung aus dem Spital wechselte er bald von der Polit- in die Gourmet-Sparte. Seine Familie berichtet, er sei für kein anderes Thema mehr zu interessieren.
Nachdem Regard ähnliche Symptome auch bei anderen Schlaganfallopfern entdeckt hatte, untersuchte sie die geschädigte Hirnregion: Meist war die rechte Stirnpartie betroffen. Dort - so schliesst Regard - wird die Freude am feinen Essen geformt und kontrolliert.
Das tönt zuerst banal. Doch solche Impulskontrollen bestimmen wesentlich unsere persönlichen Vorlieben und unseren Charakter. Ob jemand jähzornig oder zurückhaltend, schüchtern oder aufdringlich ist, wird vom Ausmass seiner Impulsivität mitbestimmt. Wer sich nicht "im Griff" hat, wird im gesellschaftlichen Rahmen bald auffallen und Probleme erleben.
Neuronale Netzwerke
Studien an hirnverletzten Patienten haben ihre Grenzen. Sie sind nur aussagekräftig, wenn klar lokalisierbare Areale betroffen sind. Die Forschung der letzten Jahre hat aber gezeigt, dass die meisten höheren Funktionen nicht ausschliesslich in einzelnen solcher Zentren angelegt sind. Man geht heute von einem Aufbau in Modulen aus: Gruppen von Nervenzellen in ganz verschiedenen Bereichen der Hirnrinde sind vernetzt und arbeiten zusammen. Die Forscher sprechen von "neuronalen Netzwerken". Aus früheren Untersuchungen weiss man zum Beispiel, dass Emotionen und Aufmerksamkeit vom so genannten limbischen System gesteuert werden.
Dabei handelt es sich nicht um eine einzige, sondern um mehrere stark vernetzte Hirnregionen. Sie liegen verborgen im vorderen Teil des Schläfenlappens. Die Amygdala etwa, eine kleine, mandelförmigen Struktur, ist für die "affektive Perzeption" zuständig. Menschen ohne Amygdala erkennen zwar, was sie sehen, sie können damit aber keine Gefühle verbinden. Sie wissen nicht, ob sie die wohl bekannte Person, die sie eben angetroffen haben, lieben oder hassen. Auch das limbische System ist nur Teil eines grösseren Netzwerks. Mit der Hirnrinde, die für das eigentliche "Denken" zuständig ist, bestehen enge Verbindungen. Zu Lebzeiten des Eisenbahnarbeiters Gage kannte man die Funktion der Amygdala noch nicht. Ob sein Charakterwandel aus einer Verletzung dieser Hirnregion entstand, kann nachträglich nicht mehr gesagt werden.
Gehirn und Sprachkompetenz
Der komplexe Aufbau leuchtet ein: Die höheren Funktionen des Gehirns sind enorm vielfältig und verwoben. Ein gutes Beispiel ist die Sprache. Sprechen bedeutet nicht nur, Buchstaben mechanisch aneinander zu reihen. Grammatische Regeln wollen beachtet sein. Sätze werden dynamisch gestaltet, in Lautstärke, Rhythmus und Tonhöhe moduliert. Die Gefühlswelt beeinflusst das Reden stark. Und das Gehirn muss Sätze nicht nur bilden, sondern auch verstehen können - mit allen zwischen den Buchstaben versteckten Botschaften.
Am Anfang der Sprachforschung standen die Arbeiten von Broca und Wernicke. Der Franzose Paul Broca beschrieb 1861 einen Patienten, der wegen eines Tumors im linken Stirnlappen nicht mehr sprechen konnte. Er schloss, dass die Sprachproduktion in dieser - heute Broca-Areal genannten - Region stattfindet. Sein deutscher Kollege Karl Wernicke hatte Patienten beobachtet, die zwar fliessend sprechen konnten, aber Sprache kaum verstanden. Bei ihnen war der linke Schläfenlappen verletzt. Das Areal ist heute ebenfalls nach seinem Entdecker benannt.
Die Thesen der beiden Ärzte haben noch heute eine gewisse Gültigkeit, mussten aber stark modifiziert werden. Denn für die Sprache sind nicht nur diese zwei Zentren zuständig. Sven Haller, Arzt und Neurowissenschafter am Universitätsspital Basel, erforscht Sprachphänomene. Während recht gut bekannt ist, was beim Verstehen einzelner Wörter passiert, weiss man wenig darüber, wie ganze Sätze verstanden werden, und noch weniger, wie sie gebildet werden. Dabei laufen so viele Prozesse gleichzeitig ab, dass es schwierig ist, sie auseinander zu halten. Das gelingt Haller mit der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT oder fMRI). Mit Hilfe eines Kernspintomografen wird dabei der Blutfluss im Gehirn gemessen. Die Veränderungen des Sauerstoffgehalts in aktiven Gehirnteilen können abgebildet werden. Nicht nur in Momentaufnahme - die Bilder können auch zum Film zusammengesetzt werden und Abläufe darstellen. Hallers fMRT-Bilder zeigen, welche Regionen eher für das (inhaltliche) Satzverständnis zuständig sind und welche für den (grammatikalischen) Satzbau. Je komplexer das untersuchte Sprachverhalten, desto differenzierter auch das Bild der aktivierten Hirnareale. Die Fähigkeit zum Sprechen ist im Gehirn nicht an einem Ort fixiert, sondern in einem Netzwerk angelegt.
Selbstbeherrschung der Patienten herabgesetzt
Die netzwerkartige Struktur ermöglicht den Austausch von Informationen zwischen den Nervenzellen ganz verschiedener Hirnregionen. Sind Teile des Netzwerks durch eine Hirnverletzung beschädigt, funktioniert die Kommunikation nicht mehr richtig. Daraus können sich charakterliche Veränderungen ergeben. An solchen Störungen muss aber nicht immer eine Hirnverletzung schuld sein. Probleme gibt es auch, wenn die einzelnen Nervenzellen untereinander nicht richtig verbunden sind. Bei "hyperaktiven" Kindern ist die Impulsivität verändert - wie beim Gourmand-Syndrom, wenn auch mit anderen Ursachen und Auswirkungen. Sie können nicht still sitzen und sich nicht konzentrieren. Eine erkennbare Hirnschädigung liegt nicht vor. Dafür gibt es Hinweise, dass der Austausch von Botenstoffen - so genannten Neurotransmittern - zwischen den einzelnen Nervenzellen verändert ist. Bestimmte Medikamente beeinflussen die Symptome vieler Kinder positiv und helfen ihnen, sich zu konzentrieren. Die Medikamente sind - vielleicht überraschend - ein starkes Stimulans. Sie erhöhen die Konzentration des Neurotransmitters Dopamin in den Kontaktstellen der Nervenzellen, den Synapsen. Über diesen chemischen Stoff wird die Aufmerksamkeit mitgesteuert.
Die Wirksamkeit dieser Medikamente zeigt, dass Charaktereigenschaften wie Konzentrationsfähigkeit, Emotionalität oder Stimmungslage vom Neurotransmitter-Haushalt wesentlich beeinflusst werden. Auch schizophrene oder depressive Patienten leiden unter Fehlern im Neurotransmitter-Stoffwechsel. Woher solche Abweichungen im Stoffwechsel kommen, ist unbekannt. Man vermutet genetische Hintergründe.
Der Unterschied vom gesunden zum kranken Menschen ist dabei nicht immer sehr gross. Wo die Grenze vom aktiven zum hyperaktiven Kind liegt, hängt stark von den Anforderungen der Umwelt ab. Ein Bub, der in der Schule nie still sitzen kann, wäre vielleicht nie aufgefallen, wenn er seine Kindheit als Hirt verbracht hätte. Auch "normale" individuelle Unterschiede im Verhalten werden - davon sind die Wissenschafter überzeugt - von der Biochemie der Nervenzellen beeinflusst. Unser Charakter wird vom Austausch chemischer Substanzen in einem komplexen Zellnetzwerk mitbestimmt.
Neurotransmitter filmen
Bildgebende Verfahren können solche Unterschiede tatsächlich sichtbar machen. Die Aktivität einzelner Hirnareale kann mittels funktioneller Magnetresonanztomografie beobachtet werden. Spezielle Methoden der Tomografie machen es möglich, Konzentrationsveränderungen von Neurotransmittern zu "filmen". So werden neuronale Netzwerke sichtbar - in voller Aktivität, am lebenden Menschen. "Die dynamische Darstellung mit bildgebenden Verfahren ist ein wichtiger Fortschritt und wird in der näheren Zukunft noch einige Erkenntnisse bringen", meint Sven Haller. So genannte Kohärenzanalysen zeigen auf, welche Regionen des Nervenzentrums gleichzeitig aktiv sind, also zum gleichen Netzwerk gehören.
In den nächsten Jahren soll eine dynamische Landkarte der Gehirnprozesse angelegt werden. Sie könnte mehr Aufschluss über die Ursprünge unserer individuellen Eigenschaften geben. Die Dualität von Körper und Geist, die scharfe Trennung zwischen Seele und Materie existiert nicht, davon sind viele Neurowissenschafter überzeugt. Das würde bedeuten, dass sich alle Phänomene unseres Ichs auf biochemische Prozesse reduzieren liessen. Wir kennen bisher nur wenige Elemente dieser Vorgänge. Wichtig für Sven Haller ist die enge Vernetzung von Theorie und Praxis: "Die mit den neuen Instrumenten gewonnenen Erkenntnisse müssen in die theoretischen Modelle über das Gehirn einfliessen." Das bedeutet, dass auf die "philosophische" Seite der Psychologie nicht verzichtet werden kann. Nur theoretische Überlegungen formen ein Gesamtbild des Geists aus den einzelnen Einblicken. Haller ist überzeugt: "Kein Forscher würde behaupten, das Gehirn als Ganzes zu verstehen."
Thomas Pfluger für DOSSIER GESUNDHEIT
Weitere Informationen zum Unfall von Phineas Gage:
http://psyphz.psych.wisc.edu/~irwin/gage.htm
http://www.deakin.edu.au/hbs/GAGEPAGE/
das ist mein bisheriger stand der informationen die ich rausfinden konnte. ich hoffe ihr findet es auch so interessant wie ich und könnt mir weiter helfen!
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