Das Parfum (Film und Musik)

Das Parfum (Film und Musik)

Hi Leutz,
Also, ich war gerade in diesem Film, und muss sagen, das er mir sehr gut gefallen hat.
Ich fand die Story sehr gut und auch die Darstellung der Schauspieler.
Wie fandet ihr ihn denn ?
Ich geh am Donnerstag hin, weiß aber nur wenig über die Story (und genau deswegen gehe ich ja. Ich finde es blöd, immer zu wissen, was auf mich zukommt. Ich habe über den Film nur gutes gehört und das reicht mir!).
Ich fand den Film ganz gut. Mich hat vor allen fasziniert, das man wärend dem ganzen Film nichts über die wirklichen Gedankengänge vom Hauptcharakter erfährt. oO
ich fand es gut das die für die Hauptrollen stars wie dustin hoffman usw. ausgewählt hatten.
faszinierend war auch das jede person wo er war starb,zb. der Parfümist der ins Bett ging und aufeinmal das Haus einkrachte.
Aber unrealistisch war die Geburt am Anfang.
Und die Gruppensex-szene fand ich irgendwie seltsam.
Da war weitaus mehr unrealistisch als die Geburtsszene ;)

Ich fand, es war eine würdige Umsetzung und die Kürzungen, die man vorgenommen hat, waren durchaus sinnvoll, obwohl bspw. der wirre Wissenschaftler mit seiner Letalgastheorie sicher ganz witzig gewesen wäre ^^ Aber Forrest Gump flog in seiner Verfilmung ja auch nicht ins All und ich denke, das war auch ganz gut so.

== spoiler ==

Teilweise war's jedoch wohl nicht so ganz ersichtlich für denjenigen, der das Buch nicht kennt, warum sich Grenouille so gut an Menschen vorbeischleichen kann - dass es im Zusammenhang mit seiner eigenen Geruchslosigkeit steht, wird glaube ich nicht erwähnt.

Das ganze war eine kniffelige Umsetzung einer hervorragenden Geschichte und ich finde, es wurde exzellent gemeistert. Um jedem pingeligen "Im Buch war das aber so und so"-Menschen vorzugreifen: Man stelle sich vor, es sei eine 1:1 Umsetzung gewesen. Das wäre nicht filmtauglich, alleine schon von der Länge her.

Der einzige Kritikpunkt, den ich in dieser Richtung äußern möchte ist der, dass der Protagonist in seinen Intentionen, was seinen Selbstmord angeht, zu abgedroschen dargestellt wurde: Es ging afaik nicht um das Lieben und Geliebt-werden, sondern darum, dass ihn die Menschen anekelten, dass sie ihm zu abartig waren, als dass er über sie herrschen wollte. Das ist die einzige Änderung, die ich bemängeln möchte, denn das war imo weder gut, noch nötig, um es umsetzen zu können. Ich will's nicht unterstellen, aber das riecht so nach Anpassung an den Massengeschmack.

Dennoch einer der besten Filme des Jahres für mich.
Ein wunderbarer Film, wunderbare Literatur. Friss das, Dan Brown!
Ich hab den Film gestern gesehen und fand ihn auch sehr gut. Die Geschichte ist echt innovativ und hat mich richtig gepackt. Hab das Buch leider noch nicht gelesen, deshalb kann ich nicht beurteilen, ob die Verfilmung gut gelungen ist oder nicht, aber mir hat sie auf jeden Fall gefallen.
Was war an der Geburtsszene eigentlich so unrealistisch? Das der Junge das alles überlebt hat, oder was meint ihr?

@ Flo

Wie schon gesagt habe ich das Buch noch nicht gelesen, aber spätestens als Grenouille zum Schluss an dem Hund vorbeischleicht, und selbst dieser ihn nicht bemerkt, wurde mir der Zusammenhang mit dem Fehlen des eigenen Körpergeruchs klar.
Aber du hast recht, man muss es wohl deuten, da es im Film nicht erwähnt wird.
Wird im Buch genauer darauf eingegangen?
Im Buch wird auf vieles genauer eingegangen, ebenso darauf, was auch eine größere Rolle spielt. Konnte man in dem Umfang natürlich nicht verfilmen, ist klar. Da bastelt er sich beispielsweise auch aus (nicht-menschlichen) Ingredenzien ein Parfum, welches ihn "menschlich" riechen lässt, sodass ihn die Menschen auch bemerken und ihm sogar freundlich entgegnen.
heyho
ich hab vor ner weile das buch gelesen
und will den film aufjeden fall sehen
vielleicht gehe ich mit meinem kurs rein
ansonsten alleine oder mit freunden
Ich hab den Film, öh... letzte Woche gesehen. Ich habe inhaltlich nicht soviel zusagen, ausser dass es natürlich sehr schwer war das umzusetzten. Hat man aber gut hingekriegt. Allerdings sind die Stilmittel des Regisseurs zu bemängeln. Der Typ schafft es nicht einen einzelnen Stil beizubehalten. Die Morde sind einerseits sehr schwerfällig und manchmal fast ein wenig beiläufig eingebaut worden. Das gibt eine Unregelmässigkeit, die hervorhebt wie stark gekürzt die Geschichte ist.
Dann zum letzten Mord: Da hat man tief in die Trickkiste gegriffen um Spannung aufzubauen, was ist rausgekommen? Eine durchsichtige "Verfolgungsjagd" ohne Zuschauerteilnahme. Tja, ich kann es mir nich erklären, aber wenn man da sitzt, kann das einem einfach nicht fesseln.
Darüber, dass die Mädchen (fast)immer rothaarig und jungfräulich sind, ist jedermanns eigene Interpretation möglich.
Das er seinen Stil nicht einzusetzten weiss, zeigen auch die eigentlich guten, aber einfach unpassenden komischen Szenen. Das Einstürzen des Hauses und so. Ich persönlich finde auch die Charakterdarstellung vom Jean-Baptiste eher schlecht (wie sein Selbstmord, oben angesprochen) . Tja, halt wenn man das Buch gelesen hat, hat man hohe Anforderungen.
Loben möchte ich aber doch einige Dinge: Die Geburt. Die war einfach sehr gut. Komisch und überhaupt keine kitschige Schnitte und so.
Das mit den Gerüchen. Das war mit der Kameraführung super, zB als er die Gerüche zu beschreiben versucht.
Dustin Hoffman. Weil der Typ einfach cool is;)
Ich habe das Buch auch mit Begeisterung geradezu verschlungen, deshalb habe ich mir den Film direkt am ersten Tag angeguckt ( bei uns im Kino war die Weltpremiere mit Darstellern & Crew ) und ich muss sagen er ist nicht soooo gut, aber das er in die Fußstapfen von 'Das Boot' o.Ä. tritt kann ich mir schon vorstellen. Allerdings ist Grenouille im Film eher ein Schönling, was im Buch ja ganz und gar nicht der Fall ist. Manche Szenen wie die Geburt sind auch etwas merkwürdig. Und ein paar Fehler gibts auch, in der Massenszene am Ende haben sogar mehrere (!!!) Leute ein Armbanduhr an, auch nicht schlecht.

Alles in einem ist der Film klasse geworden aber - selbstverständlich - nicht so gut wie das Buch, was ja so gut wie immer der Fall ist.

mfg
sanan
@ Kualquappe
Erkläre mir mal näher dein "Stilproblem". Ich komme nicht ganz dahinter, was du damit genau meinst.
Gut, war nich so konkret;-)

Ich meinte die Regie:
zB Für die Essenzen, die er am Schluss sammelt, um sein Liebestrank zu brauen, hat er einen ganz hübschen Schnitt gehabt. Fliessende Übergänge und abwechselnd zwischen dem Rat von Grasse, den Leichen und Baptiste selbst. Manchmal waren auch einige Szenen von Grenouille eingeschoben worden.
Das wäre im Grunde gut. Aber er hat einige Szenen einfach in einem komplett anderen Stil rübergebracht als manche kaltblütigen Morde (Bei der Zusammenstellung des Parfums, setzt sich Grenouille ein Ziel, dass dem Zuschauer klar is, auf das er im Grunde auch hofft, trotz der Morde kann man sich in die Peron hinein versetzen). Sie sind in einem absolut anderem Licht. Der erste Mord war ein Versehen, da is verständlich, dass er noch einen anderen Stil bringt als nachher. Aber sonst...phh...
Der Regisseur setzt zu seh rauf Bildgewaltigkeit, ohne rüberzubringen, wie er die Personen und die Leute darstellen will.

Ich hoffe es is klarer geworden. Ich weiss, dass es immer noch nich so verständlich is. Sry...
Ich fand die Darstellung der weiteren Morde eigentlich sehr gut.
Der erste "Mord" wurde sehr detailliert dargestellt, da er sehr seine Motivation beeinflusst: Er muss den flüchtigen Geruch eines Menschen festhalten.
Der zweite Mord wird rascher dargestellt, da man sich hier eher auf seinen Versuch konzentriert, den Geruch über das "Einlegen" zu extrahieren.
Der dritte Mord ist auch wieder recht ausführlich und, da er nun herausfindet, wie er den Geruch dauerhaft einfangen kann.
Die Art des Mordes des zweiten und dritten Opfers ist so exemplarisch für alle weiteren, wie die Technik bei seinem dritten, weshalb nun vollkommen auf ermüdende Wiederholungen verzichtet wird und mit schnellen Schnitten die Entwicklungen in der Stadt dargestellt werden. Szenenhaft werden die Morde erklärt und wie sich der Rat im Laufe dieser Ereignisse verhält. Man kann diese zehn Morde nicht so detailliert beschreiben, wie man es mit den vier wichtigsten gemacht hat, das wäre auch nicht gut.

Das ist eine nicht unübliche und in diesem Film auch sehr geschickt eingesetzte Technik. Wenn du da die Bildgewalt im Zentrum des Interesses gesehen hast, hast du vermutlich nicht wirklich aufgepasst ^^

Du kritisierst ja, dass es viel zu schnell war im Gegensatz zu den eher ruhigen Sequenzen, die den Rest des Filmes dominieren. Aber vergiss nicht, dass Grenouille den Rest seines Lebens auch eher "ruhig" dahingelebt hat und das ein Abschnitt in seinem Leben war, in welchem er das erste mal auf ein ganz konkretes Ziel hingearbeitet hat. Er ging heimtückisch, unbemerkt und schnell vor. Verwirrung, Einschüchterung und ein Gefühl absoluter Unsicherheit machte sich bei der Bevölkerung breit und das wurde super rübergebracht.
tja, ich hab das mit dem Tempo vom Buch natürlich anders in Erinnerung. Ich hab gedacht, eben weil er so daraufhin gearbeitet hat, sei es zu überhastet. Aber wenn er es in diesem distanzierten Blickwinkel betrachtet, ist ok, dass es so schnell geht.


Das ist eine nicht unübliche und in diesem Film auch sehr geschickt eingesetzte Technik. Wenn du da die Bildgewalt im Zentrum des Interesses gesehen hast, hast du vermutlich nicht wirklich aufgepasst ^^

Gut, aber die Haltung ist undurchsichtig. Ich fand immer der Film stelle Grenouille als Mörder dar.
("Die Geschichte eines Mörders"; verflucht schlechter Untertitel-.- ...)
Und nicht jemand in der Welt der Gerüche, der das Parfum an die oberste Stelle seines Willens stellt und alles dafür tut.
Hier sind wir wohl an einem kritischen Punkt angelangt, weil Grenouille meistens, wie gesagt, als Mörder oder zB beim Brauen des Parfums wieder als die andere Seite dargestellt wird.
Weil ich jetzt allerdings mehr eine Symphatie gegenüber dem Jean-Baptiste habe, finde ich schon die Darstellung eines Mörders schade. Das Buch behandelt nicht seine Mordfälle, zumindest nicht spezifisch. Da sind sie nur ein weiterer Schritt zum Ziel. Und statt dieser fast göttlichen, übermenschlichen Zielsetzung, geht man auf seine Gräueltaten ein, die für die Umwelt ihre Auswirkungen hatte...

Dass er die Bildgewalt meistens im Zentrum gehabt hat, find ich aber trotzdem... sry;)
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