Wissenschaft=Religion? (Gesellschaft)

Wissenschaft=Religion? (Gesellschaft)

Was denkt ihr?

Findet ihr nicht auch, dass Wissenschaft schon den Status von Religion erreicht hat?
Ich mein jeder Ottonormalbürger vertraut doch schon blind darauf.
Da könnte man doch meinen, dass es sich wirklich um eine Art von Religion handelt.
Und wenn nicht, warum sind die Gemeinsamkeiten dann so gravierend?
Wissenschaft wird nie den Status von Religion erreichen.

Religion ist etwas allgemeines, etwas, woran man sich klammern kann, genauer, woran sich viele Menschen klammern können. Wissenschaft mag für einige Menschen von gleicher Bedeutung sein. aber das ist selten.
Die Wissenschaft wird zum Beispiel nie als vollkommen angesehen, weil sie sonst nicht erweitert werden kann und was wäre Wissenschaft ohne Fortschritt.

Die Gemeinsamkeiten sind gravierend? Oo Erläutere dies mal.
Ich bin eher der Meinung das Wissenschaft die Religion mehr und mehr ablöst...
Die Wissenschaft besteht zwar in wesentlichen Teilen auch nur aus unbestätigten Theorien, aber die Wissenschaft kann mir einiges mehr mit Logik erklären, was die veraltete Religion mit "Vertrauen" längst nicht mehr schafft..!

@Kualquappe
Religion = abgestorbene Wissenschaft + unbestätigte Geschichten der Vergangenheit
Religion = abgestorbene Wissenschaft + unbestätigte Geschichten der Vergangenheit

Oo Warum?
Ich versteh deinen Einwand insofern, wenn du dich auf das Christentum beziehst. Das hatte wahrlich eine sonderbare Beziehung mit der Wissenschaft.

Ich sehe den grössten Nutzen von Religion, dass er Menschen hilft, die sich an sie klammern. Wir mit unserer "Freiheit"(im Sinne der Losgelöstheit) sehen den Unterschied von Religion und Wissenschaft kaum mehr. Aber Wissenschaft hilft dir nicht deine Probleme zu überwinden, oder dir ein wundervolles Jenseits zu kreieren.
Wenn man in einer Krise steckt und dann kann man sich nicht mit Vorstellungen beruhigen, wie, dass Gott bei einem sei und beistehe, um es zu konkretisieren.

Die Wissenschaft bezieht sich gar nicht auf das Individuum selbst...eigentlich:
Was meinst du mit Status? (Anhängerschaft, Macht, usw.)
"Wissenschaft=Religion?" wtf?

Dank der Religion stagnierte die Wissenschaft 500 Jahre lang.
Das einzige, was die Religionsanhänger bis jetzt noch gegen die Wissenschaft in der hand haben ist die Erklärung nach dem Urpsrung unserer Welt - da ist auch die Wissenschaft bisher nicht über eine Theorie herausgekommen (und werden das wohl in absehbarer zeit auch nicht). Die Empiriker der Aufklärung meinten, Gott habe die Welt nach logischen Gesetzmäßigkeiten erschaffen. 500 Jahre lang (ich greif mal Krisska auf) war die Standardantwort stets: "Weil Gott will!" und jetzt will man Gottes Gesetzmäßigkeiten ergründen.

Ich werd wohl net erleben, wann geklärt wird, ob es Gott gibt.

Mir ist mittlerweile einerlei, wie sich jemand die Welt gern erklärt - ob nun religiös oder wissenschaftlich. Letztendlich kann man auf beiden Weltanschauungen ein guter Mensch werden. Und das ist es doch, was wirklich zählt.
@Kualquappe
Ich beziehe mich auf garkeine Religion.

Religion ist mir einfach zu engstirnig, das wären Regeln die irgendwelche alten Säcke vor tausenden Jahren aufgestellt haben.

Wissenschaft gibt mir die Möglichkeit der freien Religion.
Ich kann selbst bestimmen woran ich glaube und was ich gut finde, ohne mich an eine bestimmte Religion zu klammern.
Meine weltlichen Probleme kann ich eh nur selbst lösen, und das "wundervolle Jenseits" werde ich früh genug kennenlernen.
Ich bin losgelöst und frei, und bleibe das auch!
Von einem Religionskorsett lasse ich mich nicht gefangen nehmen.
Solange ich auf dieser Erde lebe bleib ich ein Realist, und werde meine Probleme durch eigene Anstrengung lösen.
Beten hilft eh nix...
Interessant,...Du sagtest:
Wissenschaft gibt mir die Möglichkeit der freien Religion.
Ich kann selbst bestimmen woran ich glaube...


Inwiefern unterscheidet sich das von "normaler" Religion?
@Kualquappe
Jede Religion hat ihre Regeln und ihre Idole.
Ob das Budda,Allah, Jesus oder sonst eine Figur ist...

Meine Religion ist nur mein Gewissen (das mir sagt was gut und was falsch ist), und meine Vorstellungskraft, die mich in meine Grenzen verweist und Respekt vor dem Unbekannten lehrt.

Der Unterschied zu "normalen Religionen" ist der, das ich kein vorgegebenes Bild benutze, sondern versuche mir selbst ein Bild vom wahren göttlichen = unerklärbaren zu machen.

Wissenschaft und Theorie...
Stimmt,...Ich find's auch schlauer mir selbst eine Religion zu schaffen, aber ich glaube du indetifizierst deine eigene Religion mit der Wissenschaft?
Wie Banana es so schön am Anfang gesagt hat: Die Wissenschaft löst die Religion immer mehr ab.

Wenn ihr wirklich mal z.B das Christentum mit irgendeiner Form der Wissenschaft vergleicht, dann fallen euch schon Gemeinsamkeiten auf:

-Begründer
-Anhängerschaft
-Hierarchie
-Blütezeit
Versteh ich nicht? Wo sind denn da Gemeinsamkeiten? Der Begründes Christentums war unfreiwillig Jesus, dieser hatte mit Wissenschaft nichts am Hut..seine anhänger waren auch nicht wissenschaftler und das tiefe Mittelalter war Fast-untergang der Wissenschaft..jedenfalls wurde sie geknechtet und solch schmarn wie "die erde ist eine scheibe" erfunden..etc..

Man kann überall vergleiche ziehn, wenn man will. Gemeinsamkeiten vom Mogelpowerforum und einer Irrenastallt: Beides hat 24h am Tag offen, es gibt Führungskräfte, aber niemand wird unterdrückt, viele Menschen in beiden Sachen sind sehr komisch, es gibt Regeln..etc -.-

Man kann sogar Gemeinsamkeiten zwischen Faschismus und Kommunismus finden, was auch immer ganz toll ist
@Krisska
Es sind nicht Gemeinsamkeiten sondern die Vergleichspunkte gemeint. Beides hat einen Gründer, eine Anhängerschaft, evtl. eine Hierarchie und auch eine Blütezeit.
Wissenschaft=Religion, nett, nett und ganz nebenbei sei noch angemerkt, dass die Theologie eine Wissenschaft ist ;-)

Hm, nein, die Frage ist gut und die Antwort umso schwieriger...
Ich denke mal, dass wir das so nicht sagen können. Durch die Fragestellung werden Religion und Wissenschaft sozusagen gegeneinander abgegrenzt und als zwei sich gegenüberstehende Pole charakterisiert. Ich hingegen würde einfach einmal behaupten, dass Religion lediglich ein Aspekt ist, unter dem die Wissenschaften betrachtet werden. Ebenso, wie man in der Rhetorik Aspekte, also Fragestellungen, unter denen ein Thema betrachtet wird, ausarbeitet und mit ihnen Gliederungen und Schwerpunkte festlegt, so liefert eben die Religion die Aspekte für die Wissenschaften.
Daher empfinde ich eine...Feindbild schaffende Gegenüberstellung von Religion und Wissenschaft als reichlich gewagt, zumal ich daran erinnern darf, dass viele große Wissenschaftler sehr gläubige Menschen waren. Und alle, die hier gegen das Christentum als Fortschrittsbremse wettern, denen seie hier einmal der Begriff des Humanistentumes nahegelegt, das sich aus der christlichen Religion heraus entwickelt hat.

"Die Religion ist die Wissenschaft um die Identität des Menschen"
"Findet ihr nicht auch, dass Wissenschaft schon den Status von Religion erreicht hat?"

Das ist das Geschwätz von Kreationisten, die versuchen, einen Niveauausgleich zwischen ihrem Glauben (ihrer Pseudowissenschaft) und der Wissenschaft herzustellen.
Ja, viele vertrauen blind auf die Wissenschaft und viele überschätzen sie auch dramatisch, dennoch ist Wissenschaft steter Selbstkritik und ständigem Wandel unterworfen, was einem ständigen Suchen neuer Erkenntisse entspringt. Eine Religion dagegen hat bereits ihre Erkenntnisse, interpretiert sie im Laufe der Zeit maximal immer wieder anders.

@ Krisska
Interessant, besonders da man gerade mal seit etwa 500 Jahren wirklich ernsthafte Wissenschaft betreibt. Vor dem Mittelalter gab es keine Wissenschaft im eigentlichen Sinne, von daher stagnierte da gar nichts.

@ Banana
Ich würde Religion absolut nicht als "abgestorbene Wissenschaft" bezeichnen, da ihr absolut nichts wissenschaftliches zueigen ist.
Und nicht jede religiöse Geschichte ist vollends unbestätigt. Auch lustig, dass sich jeder als frei ansieht und den anderen als gefangen. Sei es nun der Theist oder der Ungläubige*.

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*) Ich wollte eigentlich "Atheist" schreiben, aber das Forum zickt - Junge, hat das gedauert, bis ich den Fehler eingegrenzt hatte. Komischerweise kann ich das Wort hier in der Fußnote ohne Probleme verwenden o.O
Versteh mich nicht falsch Flo, ich bin weder Kreationist, noch kann ich deren Religion in irgendeiner Weise anerkennen.
Bloß die Kreationisten wollen, dass ihre religiösen Theorien doch tatsächlich als Wissenschaft anerkannt werden. Das wär nun die umgedrehte Form.
Kreationisten machen genau 2 Dinge, um ihre Ansichten, welche sie unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit unter das Volk bringen wollen - und nicht ohne Erfolg, wie man sehen kann:

1.) Bring den Glauben näher an die Wissenschaft
Sie nehmen ihren Kreationismus, tilgen alles, was nach Gott oder Bibel klingt, und man erhält "Intelligent Design". Eine Theorie, die nur auf den Schwächen anderer Theorien aufbaut bzw. der einen anderen Theorie, der Evolutionslehre.

2.) Bring die Wissenschaft näher an den Glauben
Da die Wissenschaft nicht alles erklären kann und das meiste nur Modellvorstellungen sind, wird alles, was nicht direkt beweisbar ist, ins Reich des Glaubens geschoben. Tatsächlich ist es sogar so, dass viele Menschen - eher aufgrund von Missverständnissen und Unwissenheit - gewisse Dinge tatsächlich fest glauben, wie den Urknall zum Beispiel und auch davon überzeugt sind, er sei ein wissenschaftliches Faktum, welches komplett beschreibbar ist. In wirklichkeit sieht die Wissenschaft aber die Lücken, sie glaubt auch nicht blind, was sie annimmt, sie vermutet höchstens oder postuliert etwas, wenn es sein muss, ist aber stets selbstkritisch. Selbstkritik ist beim Kreationismus... pardon, Intelligent Design allerdings nur eine Farce. Hier werden keine Erkenntnisse oder Ergebnisse umgewälzt, sondern nur Beweise anerkannt oder wieder verworfen, denn das Ergebnis ist ein fixes und das ist unwissenschaftlich. Wenn der Evolutionist irgendwann feststellt, dass er einen fundamentalen Fehler gemacht hat, wird er seine Meinung ändern, nicht aber der Kreationist.*

Durch diese beiden Schritte erhofft man sich eine Niveaugleichheit zu erreichen, doch im Grunde ist's nur manipulatives Geschwätz. Wissenschaft ist keine Religion und Religion keine Wissenschaft. Es gibt nur Religion unter dem Deckmantel der Wissenschaft und Wissenschaft, welche sich mit Religion befasst.

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*) "The most exciting phrase to hear in science, the one that heralds new discoveries, is not 'Heureka!' but 'That’s funny ....!'" (Isaac Asimov)
Flo, was ist bei dir "ernsthafte "Wissenschaft" bitteschön? Willst du etwa sagen die in der Antike haben nur Scheiße gebaut und das war keine Wissenschaft, was diese Leute betrieben? Platon entwickelte gesamte Staatskonzepte (was denkst du was heutige Leute machen, die Politik studieren?) Im Mittelalter hat sich da rein garnichts getan. Da gabs eine "vom Gott geschaffene" Ständegesellschaft und fertig. Demokrit gilt als großer Naturwissenschaftler und hat bereits vor Christus gelehrt, dass die Materie aus kleinsten, unteilbaren Teilchen, den Atomen, zusammengesetzt ist und solchen Leuten willst du ihr Wissenschaftstitel aberkennen?

Und nartürlich stagnierte im Mittelalter nichts. Als Galileo gesagt hat "Die Sonne ist der Mittelpunkt des Universums" hat die Kirche geklatscht und gesagt "jup du hast Recht"

http://asv.vatican.va/de/doc/1616.htm
@ Wolfpac Inc.
Wissenschaft wird nie eine Religion sein. Einfach allein deswegen, weil es bei Wissenschaften darum geht Hypothesen zu Beweisen. In Religionen wird an und für sich aber geglaubt und nicht bewiesen.
Wenn eine Religion 100% als richtig bewiesen wäre und man nicht mehr "glauben" müsste, gäbe es keine Religion(en) mehr.
Natürlich hatte man in der Antike was auf dem Kasten, doch würde ich das erst eine Vorform dessen nennen, was wir heute als Wissenschaft kennen. Die Leute waren nicht vollends frei von irgendwelchen Paradigmen, welche von übernatürlichen Kräften etc. ausgingen und behaupteten schon gerne mal Dinge, für welche es keine wirklichen Beweise oder Hinweise gab.

Gelileo ist übrigens ein Mann der frühen Neuzeit, als sich die typischen methodische Vorgehensweisen langsam zu entwickeln begannen. Diese unchristliche Kirche hat hübsch alles unterdrückt, was nicht in ihr "christliches" Weltbild passte, trotzdem konnte sie noch nichts zum stagnieren bringen, was zu der Zeit in der Form noch nicht einmal existiert hat.
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