Christian Klar bzw. RAF - Freilassung richtig? (Gesellschaft)

Christian Klar bzw. RAF - Freilassung richtig? (Gesellschaft)

Brigitte Mohnhaupt ist bereits freigelassen worden, Christian Klar wird möglicherweise bald freigelassen. Ehemalige Terroristen der RAF und deren Begnadigung stehen zur Zeit viel in der Diskussion. Die einen sagen dass 24 Jahre Haft genug seien und die Täter nicht mehr rückfällig würden, andere meinen dass es für Terroristen keine Gnade geben sollte und sehen diese Pläne als Beleidigung für die Hintebliebenen. Speziell Christian Klar hat ja zuletzt mit einigen Äusserungen Öl ins Feuer gegossen. Was meint ihr - Freilassung(en) richtig oder nicht?
Beide wurde zu mehrfach-Lebenslänglich verurteilt, erst eine Reform des Gesetzes, Jahr nach ihrer Inhaftierung, ermöglicht ihnen nun diese Option. Ich halte das für falsch und inkonsequent.
Eindeutig falsch.

Diese Entscheidung ist ein Witz und zeigt einmal mehr, wie wenig Konsequenz man in solche Angelegenheiten investiert.

Es geht in erster Linie nicht darum, dass diese Leute "nicht mehr rückfällig werden" sondern darum, dass man nicht Angemessen handelt.

Diese Terroristen waren - ob sie es jetzt noch sind weiss niemand - eine Gefahr für die Allgemeinheit und sie wieder freizulassen zeigt nur, dass man in Deutschland selbst für mehrfachem Mord keine ewige Haftsrafe zu befürchten hat. Schönes Zeichen an andere potenzielle Schwerverbrecher. Smiley

Es gab Zeiten, da wurde einem die Hand abgehackt, wenn man einen Diebstahl begangen hat. Nur mal so, als Beispiel.
Es gibt auch Länder da bekommt man immernoch die Hand und noch ganz andere Sachen abgehackt....
WTF ô.o NEIN!!!

warum wurde die alte freigelassen?!?!
na toll, da haben wir mal paar terroristen inhaftiert un dann werden sie wieder freigelassen -.-
kann doch nich angehen, die sollen beide im knast bleiben, ob sie noch ne gefahr für die gesellschaft sind, oder nicht.
Also ich weiß nicht ob ich es falsch finden soll. Ich weiß jetzt nicht genau was die überhaupt gemacht haben, sicherlich sind Menschen dabei umgekommen, schätze ich mal, aber 24 Jahre... Reicht das nicht? Ist das nicht konsequent genug? Wir haben keine Todesstrafe. Aber ich finde das ist immer noch nicht so schlimm wie Menschen das ganze Leben hinter Gittern zu lassen. Vllt haben sie sich ja entwickelt und verdienen eine neue Chance?
"Vllt haben sie sich ja entwickelt und verdienen eine neue Chance?"

Das hat man bei Brigitte Mohnhaupt damals nach ihrer ersten Inhaftierung auch gedacht, kurz darauf kehrte sie zu ihren RAF-Freunden zurück und hat wieder jemanden erschossen.

Hier findest du viele Informationen plus eine Liste der Menschen, die durch die Aktionen der RAF ums Leben kamen.

Diese Leute haben Eiseskälte und Gnadenlosigkeit bewiesen. Und selbst wenn die RAF nicht mehr existiert, es geht - wie schon einmal gesagt - um die Menschen, welche diese Verbrechen begangen haben. Und darum, dass es moralisch nicht nachvollziehen ist, dass solche Killer jemals wieder auf die Straße dürfen.
Die Mohnhaupt hat aber keine fünf Jahre absitzen müssen, bevor sie wieder rauskam. Die anderen haben einen weitaus größeren Teil ihres Lebens ans Gefängnis verschwendet, sind alt und haben keine Organisation mehr.

Oh, es ist moralisch(!) nicht nachzuvollziehen? Setze deine "Moral" bitte nicht absolut.
Naja, heute würde ein Mörder auch nicht mehr als 15 Jahre Gefängnis bekommen (wenn nicht anschließend Sicherheitsverwahrung angeordnet wird). Von daher finde ich das schon in Ordnung, dass man hier Gleichbehandlung konsequent durchzieht.

Andererseits halte ich die Strafen für Mord für meistens zu gering angesetzt - von daher würde die Weiterinhaftierung auch in Ordnung gehen. Dann müsste aber die Höchststrafe für solche Verbrechen für alle Täter angehoben werden.

Wahrscheinlich wird denen auch erst jetzt die Freilassung in Aussicht gestellt, weil sie nicht mehr gefährlich sind. Das sind politische Terroristen und keine geistig gestörten Triebtäter gewesen. Die waren nur so lange gefährlich, wie es ihre Organisation gab. Heute sind das ältere Damen und Herren, die (so denke ich jedenfalls) keinem mehr was tun.
Mal angenommen man würde Osama bin Laden in Deutschland schnappen und anklagen - er würde doch auch höchstens 15 Jahre kriegen. Vermutlich noch eine anschließende Sicherheitsverwahrung. Aber 30 Jahre später, wenn der islamisch motivierte Terrorismus zerschlagen wurde und man dort zur Ruhe gekommen ist, sich die Lage also entspannt hat würde, wenn man mal nur den Schutz der Bevölkerung als Grund für die Inhaftierung ansieht, kein Grund mehr bestehen, so jemanden festzuhalten. Dass das zwar ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Opfer wäre, ist mir klar - aber so sind die Gesetze nunmal.

Wenn man die RAF-Terroristen also weiterhin festhalten will, sollte man auch das Strafmaß für jetzt begangene Morde und andere Schwerverbrechen erhöhen.
Schnell mal Wikipedia nach Geburtsdaten durchforstet: Ich konnte kein ehemaliges RAF-Mitglied finden, welches heute jünger ist als 50. Diese Menschen sind alt, was sollen oder wollen sie noch anrichten?

In 30 Jahren ist der islamistische Terror zerschlagen? Optimist.
@Flo
Ich hab die dreißig da nur eingesetzt, weil die RAF auch in den 1970er Jahren ihre "besten Zeiten hatte". In dreißig Jahren ist Osama bin Laden immerhin bald 80.
Wer sagt denn, dass der Islamismus mit Bin Laden lebt und stirbt/ steht und fällt, Käpt'n LeChuck?
Vielleicht übernimmt einfach einer seiner Helfershelfer seine Position.

Und Islamismus hat nicht nur mit Bin Laden zu tun, siehe Hamas. Die haben mit Osama rein garnichts am Hut.^^
The Lord of Darkness, du hast absolut gar nichts von Käpt'n LeChucks Beitrag verstanden.

Meiner Meinung nach sollten Leute, die gar keine Ahnung haben wovon sie hier reden, die offensichtlich den Sachverhalt nicht kennen, ihre "Meinung" zu dem Thema einfach mal für sich behalten.

nikis Beitrag hört sich für mich so an, als wenn diese Terroristen (hört sich so an, als wenn er auch nicht groß unter den Terroristen der RAF und dem Islamistischen Terror dieser Zeit unterscheidet) vor ein paar Monaten verhaftet worden seien und jetzt ohne erkennbaren Grund wieder freigelassen werden sollten.
Warum willst du diese Personen, wenn sie keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellen (diese Möglichkeit siehst ja auch du) nicht freilassen?
Hast du dir selber(!) mal Gedanken darüber gemacht, was du redest?

Ich sehe keinen Grund der mich überzeugen würde, warum diese Personen noch länger eingesperrt bleiben sollten.
Wer hat denn noch etwas davon? Was bringt das?
Sollen die Rachegefühle der Hinterbliebenen (wobei noch nichtmal alle Hinterbliebenen gegen eine Entlassung sind) ein Grund sein, diese Menschen noch Jahre länger eingesperrt zu lassen?

Ich für meinen Teil habe da keine moralischen Bedenken, die gegen eine Haftentlassung sprechen, ich halte es für "etwas" unrealistisch, dass Klar oder Mohnhaupt nochmal Anschläge verüben werden...

Btw, meiner Meinung nach hätte Schleyer auch ein paar Jahre seines Lebens mehr in Haft verbringen können...
Aber auch seine Vergangenheit ist keine Rechtfertigung für den Mord an ihm.
Wie gesagt, sie mögen jetzt keine Gefahr mehr sein, aber sie haben teiweise extrem schwere Verbrechen begangen. Und Mohnhaupt sollte, meines Wissens nach, ursprünglich den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen.

Du sagst also, Leute die jetzt keine Gefahr mehr sind sollten nicht inhaftiert werden?

Gut, dann bringt jetzt jemand George Bush um.
Im Gericht sagt der Täter:
"Ich wollte lediglich den Präsidenten töten, niemanden sonst!"

Urteil des Richters:

Der Mann wird freigelassen. Er hat zwar den Präsidenten der USA getötet, stellt ja aber sonst keine Gefahr für die Bevölkerung mehr da. Friede.

So sähe das nach deinem Beispiel aus. Smiley
@The Lord of Darkness
Ich denke mal, das war nur unglücklich formuliert. Ein Präsidentenmörder würde ich Deutschland höchstens 15 Jahre Haftstrafe verbüßen müssen. Danach dürfte seine Entlassung aber nichts mehr im Wege stehen.
Man sollte die Strafen zumindest so verändern, dass potenzielle Mörder/Terroristen oder was-auch-immer gleich abgeschreckt werden. Die Strafen müssen eigentlich erschreckend streng sein.

Wieso sollte man keine WIRKLICH lebenslängliche Haftstrafe einführen, die dann auch konsequent durchgeführt wird? "Korrekte" Menschen braucht das ja nicht zu interessieren. Bekanntschaft mit solch radikalen Strafen machen ja nur die Täter.
da hast du ja recht...
wär ich auch für...
ich glaub das gilt als eine Lebensgeneration o.ä.
kp wieso....
aber ich versteh wenn da so´n 40 jähriger für 25 Jahre verurteilt wird, dass der danach nicht mehr gefährlich ist...
irgendwie find ichs falsch, dass man sie wieder freigelassen hat,

aber wozu ist eine Strafe gut, wenn man nichts aus ihr lernen kann?
Ich muss sagen, ich bin eigentlich eher dafür sie freizulassen. Es ist klar dass Strafe für Morde sein muss, aber dafür sassen sie ja auch lange im Gefängnis. Und unser Rechtssystem basiert ja auch auf dem Gedanken dass sich Menschen ändern bzw. bessern können. Obendrein muss man sagen dass die RAF - im Gegensatz zur Al-Qaida - "nur" einzelne Personen gezielt umgebracht hat, und sich nicht mit ner Bombe um den Körper auf nen Marktplatz gestellt hat. Aber Mord ist natürlich Mord, ist klar.

Ich finde andererseits auch dass sie zeigen sollten dass sie sich geändert haben. Damit meine ich nicht dass sie politisch anders drauf sein müssen, sie können ja gerne noch genauso denken wie damals, aber sie müssen zeigen dass sie dem Terrorismus abgeschworen haben. Es wäre zum Beispiel ein wichtiges Signal, sich bei den Angehörigen zu entschuldigen, was beide glaube ich noch nicht getan haben. Ich hätte auch kein Problem damit wenn sie noch drinbleiben müssten, aber ich finde dass sie nach so langer Zeit eine zweite Chance verdient haben.
Man müsst doch eigentlich zuerst definieren, welchen Wert eine Bestrafung in erster Linie hat.

Ist es zur Abschreckung, zur Verwahrung und somit für die öffentliche Sicherheit oder für das Belehren des bestraften gedacht?

Es ist natürlich alles auf einmal. Es stellt sich nur die Frage, welches von ihnen die höchste Priorität hat.

Ich persönlich halte es für das wichtigste, dass der einzelne Mensch belehrt wird. Wie effektiv diese Abschreckung ist, oder wäre, wenn die Strafen erhöht würden, bleibt unklar. Die öffentliche Sicherheit zu "beschützten", finde ich in dem Sinne eigentlich auch nicht so brauchbar. Denn ein Mensch bleibt solange gefährlich, wie er lebt, falls er sich nicht ändert. Deshalb finde ich ist das wichtigste, dass sich der Täter ändert und ändern kann.
Ich habe bisher ebenfalls noch nichts davon gehört, dass Mohnhaupt ihre Taten jemals bereut hat.

Wenn ein solcher Mensch tiefe Reue zeigen und sich wirklich glaubwürdig bei den Angehörigen seiner Opfer entschuldigt (auch wenn Mord meiner Ansicht nach nicht zu entschuldigen ist), dann würde es bei mir ebenfalls noch einmal Gnade vor Recht geben. Aber wenn jemand so eiskalt ist wie diese beiden Verbrecher, so würden sie bei mir den Rest ihres verwelkten Lebens im Gefängnis sitzen.

Dann ist es so, wie bei Verträgen:

"Wenn sie %%% machen erklären sie sich dazu bereit, monatlich eine Summe von ??? Euro zu zahlen."

Dann heisst es für diese Kerle:

"Wenn sie einen Mord begehen, erklären sie sich dazu bereit, im Falle einer Festnahme den Rest ihres Lebens im Gefängnis zu verbringen."

Wenn der Täter jedoch über Jahre hinweg den Eindruck macht dass ihm seine Untaten leidtun, kann der Täter unter extremen Umständen und ebenso extrem geringer Chance auf Wiederholungstaten freigelassen werden.
Wenn er dann nochmal auffällig wird ---> endgültig Lebenslänglich.

Wenn der Täter reagiert wie Mohnhaupt, sich stur stellt und nichts von seinen Verbrechen bereut ---> kein Grund zur Freilassung.
Wer dem Staat den Krieg erklärt, lässt sich wohl nicht sonderlich oft durch Strafen abschrecken...

Und ja, mein Beitrag war wohl etwas missverständlich formuliert.
Ich meine natürlich nicht, dass jemand der z.B. den US-Presidenten tötet einer Strafe entgehen sollte, weil eine Widerholung der Straftat ausgeschlossen werden kann.
Das wäre ja ein Freibrief für Mord.
Aber ich meine, dass im Falle von Mohnhaupt und Klar die Haftstrafen wirklich lang genug waren und habe deswegen keine moralischen Bedenken gegen eine Freilassung.
Und jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, an dem es schwer ist objektiv weiter zu diskutieren, da jeder eine andere Meinung dazu hat.
Begründe bitte mal schüssig, was es bringt die beiden noch länger in Haft zu lassen.
Ich denke, wer sich von so einer langen Haftdauer nicht abschrecken lässt, lässt sich von keiner Haft abschrecken, daher ist Abschreckung für mich kein Argument gegen eine Haftentlassung.
Ich finde es lächerlich, dass Christian Klar nicht freigelassen wurde, mit der Begründung er hätte Kritik am Kapitalismus geäußert, und sei demnach weiterhin eine Gefährdung. Wir leben in einer Demokratie!!!
Außerdem: In 2 Jahren wird er soweiso freigelassen, und dann wäre er doch eine noch größere "Gefährdung", wenn jetzt schon so ein Terz aus der Geschichte gemacht wird...
Ja, da kann ich mich anschließen.
Dass Klar nun vermutlich nicht freigelassen wird, wegen dieser Äußerungen, die mit Gewalt nicht viel zu tun haben, ist für mich nicht nachvollziehbar, solange wir in einem freien Land leben.
Abschreckung bringt gar nichts. Meinst du ehrlich der steht mit der Knarre vor einem und denkt sich:"für 15 Jahre mach ichs für 30 nicht!"

Zum Thema freilassung:"Ich denke nicht das sie sich verändert haben durch die Zeit im Gefängnis Klar hat sich ja zum Gedankengut der RAF bekannt. Allerding denke ich auch das der keine Gefahr mehr darstellt.
Zu Christian Klar:
Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte ihn am 2. April 1985 im selben Prozess wie Brigitte Mohnhaupt wegen aller Taten der RAF seit 1977 u. a. wegen gemeinschaftlichen Mordes an Siegfried Buback, Jürgen Ponto und Hanns-Martin Schleyer zu sechsmal lebenslanger Freiheitsstrafe und einer zeitigen Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Dabei wurde die „besondere Schwere der Schuld“ festgestellt, die eine vorzeitige Haftentlassung verhindert. 1992 wurde er in einem zusätzlichen Prozess zu einem weiteren mal lebenslang verurteilt.

Im Jahr 1997 entschied das OLG Stuttgart, dass die Mindestverbüßungsdauer 26 Jahre beträgt; eine Strafaussetzung und damit eine Haftentlassung sind also frühestens ab 3. Januar 2009 möglich.


Zu Brigitte Mohnhaupt:
Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte sie am 2. April 1985 wegen Beteiligung an den neun Morden des Jahres 1977, wegen des versuchten Mordes an Frederick Kroesen und seinen drei Begleitern sowie wegen der versuchten Ermordung von mindestens fünf Staatsanwälten zu fünf lebenslangen Einzelfreiheitsstrafen und einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren.

Wegen der besonderen Schwere der Schuld wurde die Mindesthaftstrafe vom OLG Stuttgart am 15. März 2006 auf 24 Jahre festgesetzt.


Genau deshalb gehören diese beiden deutschen Terroristen in Haft und NICHT vorzeitig entlassen. Das deutsche Rechtssystem, dass ohnehin schon ein schlechtes Image hat, beraubt sich damit nur weiter der Glaubwürdigkeit. Es geht nicht darum, was diese beiden Individuen HEUTE sind, sondern weswegen sie in der Vergangenheit verurteilt wurden. Diese beiden Personen haben ihr Recht auf ein Leben in Freiheit mit *mehrfachem* Mord einfach verspielt.
Es geht nicht darum, was diese beiden Individuuen HEUTE sind, sondern weswegen sie in der Vergangenheit verurteilt wurden.

Aber das ist es ja, was mich so wundert. Ich kann meine Frage nur wiederholen:

Welchen Sinn hat eine Bestrafung vorrangig?
Primär die Resozialisierung.

Wenn allerdings eine lebenslängliche Haftstrafe verhängt wird und auch noch eine "besonders schwere Schuld" besteht, dann schützt man imho einfach nur die Gesellschaft und lässt den Abschaum im Knast verrotten.
Genau das, was ich auch die ganze Zeit "predigen" wollte.

Wer solche Taten ganz bewusst (also nicht unter Alkoholeinfluss oder sowas) begeht, und dann nach all diesen Jahren immernoch keine Reue zeigt dann soll er verflucht nochmal im Gefängnis vergammeln.

Diese Leute haben es so gewollt, sie haben gnadenlos gemordet und jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen. Besonders dann, wenn sie noch immer so ohne Reue sind.
@ Nils

Verrotten? Oo

Glaubst du denn, dass Menschen die mit so einer Strafe belegt werden, nicht "geheilt" werden können?
Die Resozialisierung ist bei dieser starken Ablehnung der Bürger ein Ding der Unmöglichkeit. Die Täter würden mit grösster Wahrscheinlichkeit in sozialer Deplivation landen und damit sinkt für mich die Wahrscheinlichkeit einer erneuten "Revolution". Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein 55-jähriger eine Revolution starten kann, geschweige denn eine solche wiederaufzunehmen.
Und ohne das Ziel eines politischen Systems, werden die beiden auch keine Gewalttaten begehen, da bin ich mir ziemlich sicher.
Was also soll das ganze Theater um diese Strafen. Eine Gefahr für die Gesellschaft? Fühlst du dich dadurch bedroht(neutrale Frage, klingt leider wie ein Vorwurf)?

Zum Schutz der Gesellschaft? Die Gesellschaft ist, so nehme ich an, die Mehrheit. Oder der Kapitalismus? ;) Und was ist mit der Minderheit, dem Täter selbst?

EDIT:
Wer solche Taten ganz bewusst (also nicht unter Alkoholeinfluss oder sowas) begeht, und dann nach all diesen Jahren immernoch keine Reue zeigt dann soll er verflucht nochmal im Gefängnis vergammeln.

Alkoholeinfluss, Blutrausch, Rachegelüste(, Ideologie ... ok der begriff ist unsicher, ich seh's ein.). Klingt mir alles nach ungefähr gleich gefährlich. Nur können wir über die anderen beiden nicht wirklich ein Urteil fällen.
Wieso bitteschön, sollte er keine Reue zeigen? Er hat Kritik am System verübt, und das auch "nach" seiner Strafe, soviel steht fest, aber das schliesst Reue doch keineswegs aus?
Finde es gut. Die 24 Jahre Haft waren sicher mehr als genug. Das ist mehr Zeit, als die meisten hier überhaupt schon auf der Welt sind. Die Mindesthaftzeit ist vorbei, warum also noch länger sitzen lassen?!
Außerdem, mein lieber 3DKing, zeugt es meiner Ansicht nach von Größe des deutschen Rechtssystems, sogar solchen Leuten zu vergeben und nicht von Schwäche, wie Du oben erwähnt hast. Du hasst Deinen Vater ja auch nicht Dein ganzes Leben dafür, weil er Dir vor 10 Jahren mal ein YPS Heft nicht gekauft hat.

Jahr nach ihrer Inhaftierung, ermöglicht ihnen nun diese Option. Ich halte das für falsch und inkonsequent.
Dann müsste per vollständigen Induktion heute noch jeder Verbrecher mit der Todesstrafe rechnen ;-)
Es geht nicht darum, ob sie heute noch eine Gefahr sind. Jemand, der im Affekt tötet, ist direkt nach der Tötung auch keine Gefahr mehr.

Es geht einzig und alleine darum, dass diese beiden Menschen nicht einfach nur Kritik am System übten, sondern vorsätzlich, gezielt und geplant gegen Gesetze verstoßen und gleich mehrere Menschen umgebracht haben. Es geht nichtmal darum, dass es RAF Mitglieder sind, sondern einfach nur darum, dass es Killer sind.

Und 24 Jahre Haft sind für mehrfachen Mord eben NICHT genug. VOR ALLEM nicht bei BESONDERS SCHWERER SCHULD. 24 Jahre sind eine Farce für Menschen, die den Grundstein einer demokratischen Gesellschaft mit Füßen treten. Darum wurden sie auch mehrfach zu lebenslänglicher Haft PLUS extra Jahren verurteilt.
Wir scheinen einer Meinung zu sein, Nils. :>

Es geht einfach darum, dass diese Leute sich bewusst dem Gesetz mit aller Kraft entgegengestemmt haben. Es ist nur berechtigt, wenn sie jetzt die Folgen zu spüren kriegen, indem sie eben NICHT freigelassen werden, sondern die harte Hand des Gesetzes zu spüren bekommen und in ihren Zellen bleiben.

Wozu ist das Gesetz da? Wieso gibt es Regeln?

Damit man sie befolgt, verdammt nochmal!
Wer das bewusst nicht tut, und das in solch hohem Maße (Mehrfachem töten) der soll gefälligst damit Leben, dass er sich das Recht auf ein normales Leben ganz bewusst persönlich auf ewig zerstört hat.

Wie gesagt wäre die einzige zulässige Ausnahme aus meiner Sicht tiefe Reue der Täter. Wenn ein solcher Mensch wirklich den Eindruck erweckt sich ändern zu wollen und absolut einsichtig ist, dann soll man ihm noch eine letzte Chance geben. Eine letzte.
Die 24 Jahre lange Haft ist meiner Meinung nach solange nicht genug, bis jemand bereut. Ihr erwähnt es oben oft, aber ihr vergesst, dass er nicht bereut, sondern weiter machen will.

Ich glaube auch nicht dass ich meine Eltern jemals gehasst habe nur weil sie mir was nicht gekauft haben und finde den Vergleich wirklich nicht gut.
Generell genommen denke ich das auch. Ein Mensch der Verbrechen begangen hat sollte so lange im Gefängnis bleiben, wie er nicht einsichtig und "geheilt" ist. Dieses Ziel zu erreichen, ist ja letztlich der Sinn der Bestrafung. Wenn das also erreicht ist, ist es ja in Ordnung. Wenn nicht, wäre es unsinnig jemanden freizulassen.

Christian Klar hat in diesem Grusswort erneut den Kapitalismus kritisiert. Das ist meiner Meinung nach nichts schlimmes. Es zeigt nur dass er zu seinen Überzeugungen steht. Die Fragen sind meiner Meinung nach nur die: Erstens, würde er diesen Ansichten wieder (Gewalt-) Taten folgen lassen? Und zweitens eben die Frage: Sieht er ein dass er früher falsch gehandelt hat und zeigt er Reue? Wie gesagt, je nachdem wie diese Antworten ausfallen, hat er sich eine Begnadigung verdient oder eben nicht.
Zum Glück sieht das deutsche Rechtssystem das noch ein bisschen anders.
Mal so ne Frage nebenbei: Haben Bestrafungen überhaupt Sinn?
In Deutschland ist es egal ob man bereut was man getan hat oder nicht. Und ob der Christian Klar jetzt über den Gnadenantrag frei kommt oder nicht spätestens 2009 wird der dann eh entlassen und zwar ganz ohne Diskussion.
also ich seh das so...
1. man kann menschen die straftaten verbrochen haben nicht auf ewig verurteilen wenn sie einsichtig gworden sin...
2. die raf gibt es nicht mehr un somit is meiner meinung nach den beiden sowieso der wind aus den segeln genommen wurden... oder die auflösungserklärung war nich echt un de bulln wolln ma wieda was untern tisch kehrn(wie s so oft in unserm "schönen staat"("..."=IRONIE) geschieht) was ich nich glaube(auch wenns für sie typisch wär, da sonst andre raf mitglieder weitergemacht hätten)... --->habn sie aber nich°PUNKT°
3. meiner meinung nach haben sie damals in der raf etwas in der welt verbessern wolln... wenn auch mit den vlt. falschen mitteln... denn faschismus un kapitalismus seh ich als die 2 grössten sozialen probleme...
4. wieso kommen alle möglichen kinderschänder nach 2/3 jahren wieder ausm knast frei die keinerlei einsicht zeigen un wieda kinder vergewaltigen un kommen dann vlei 5/6 jahre in knast usw... aebr leute die einsicht zeigen die mit höchster wahrscheinlichkeit nicht ruckfällig werden solln ihr ganzes leben im knast bleiben??
hallo merkt ihrs noch...
5. es sin auch blos menschen... solltet ihr für immer im knast bleiben auch wenn ihr einsicht zeigt un merkt ihr habt fehler gemacht... NEIN... also warum die 2 dann??

mfG Ace van Blaze
http://www.taz.de/pt/2007/03/01/a0076.1/text

Es geht ja nicht nur darum, Klar nicht freizulassen, sondern auch um die absolut lächerliche Begründung, kapitalismuskritische Äußerungen würden auf eine bestehende Gefährdung schließen lassen. Wir leben zum Glück in einer Demokratie und da darf den Kapitalismus kritisieren, man sollte ihn sogar kritisieren, denn er liefert allerhand Anlass dazu.


Was hier abläuft, ist der Versuch des Justizministers, mittels einer grob rechtsstaatswidrigen, frontal gegen die Meinungsfreiheit gerichteten Aktion der laufenden rechtskonservativen Kampagne gegen Gnadenerweise und Hafterlasse ehemaliger RAF-Mitglieder Schützenhilfe zu leisten.
Damit will man sich wohl die Amerikaner zum Freund machen -.O
toll amis zum freund da hat man aber viel von... vor allem viele feinde dei man mit den teiln kann
Naja, heute würde ein Mörder auch nicht mehr als 15 Jahre Gefängnis bekommen (wenn nicht anschließend Sicherheitsverwahrung angeordnet wird). Von daher finde ich das schon in Ordnung, dass man hier Gleichbehandlung konsequent durchzieht.

Andererseits halte ich die Strafen für Mord für meistens zu gering angesetzt - von daher würde die Weiterinhaftierung auch in Ordnung gehen. Dann müsste aber die Höchststrafe für solche Verbrechen für alle Täter angehoben werden.

Wahrscheinlich wird denen auch erst jetzt die Freilassung in Aussicht gestellt, weil sie nicht mehr gefährlich sind. Das sind politische Terroristen und keine geistig gestörten Triebtäter gewesen. Die waren nur so lange gefährlich, wie es ihre Organisation gab. Heute sind das ältere Damen und Herren, die (so denke ich jedenfalls) keinem mehr was tun.
Mal angenommen man würde Osama bin Laden in Deutschland schnappen und anklagen - er würde doch auch höchstens 15 Jahre kriegen. Vermutlich noch eine anschließende Sicherheitsverwahrung. Aber 30 Jahre später, wenn der islamisch motivierte Terrorismus zerschlagen wurde und man dort zur Ruhe gekommen ist, sich die Lage also entspannt hat würde, wenn man mal nur den Schutz der Bevölkerung als Grund für die Inhaftierung ansieht, kein Grund mehr bestehen, so jemanden festzuhalten. Dass das zwar ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Opfer wäre, ist mir klar - aber so sind die Gesetze nunmal.

Wenn man die RAF-Terroristen also weiterhin festhalten will, sollte man auch das Strafmaß für jetzt begangene Morde und andere Schwerverbrechen erhöhen.


Würde ich sofort unterschreiben. Man muss auch Terroristen gleich behandeln. Auch wenn der "gesunde" Menschenverstand dagegen spricht.
genau so siehts aus... endlich ma einer der ahnung hat...
"Man muss auch Terroristen gleich behandeln."

Sehe ich auch so. Vor allem, wenn man bedenkt: Kinderschänder kommen teils nach wenigen Jahren wieder raus, um dann genauso weiterzumachen, weil irgendwelche Psychologen meinen die werden nicht rückfällig. Einige Nationalsozialisten und begeisterte Mitglieder der NSDAP (unter anderem auch Herr Schleyer) bekamen in der BRD ohne weiteres irgendwelche Posten. Aribert Heim, ein berüchtigter KZ-Arzt in Mauthausen, praktizierte bis 1961 völlig unbehelligt als Arzt. Und Leute wie Christian Klar werden nach wie vor im Gefängnis festgehalten, seit nun schon 24 Jahren in seinem Fall. Und der Verdacht liegt nahe, dass er nur wegen seiner politischen Einstellung noch sitzt. Ich will seine Verbrechen nicht verharmlosen, aber das finde ich nicht ganz gerecht.
Ich finde das nicht richtig das die eine freigelassen wurde und der andere jetzt auch freigelassen werden soll.

die sind beide Massenmörder...
Diese RAF Leute wurden vom Gesetz eingesperrt. Haben ihre Strafe nach Gesetz abgessesen und kommen nun wieder frei. Man kann es richtig finden oder nicht.

Fakt ist: Sie haben ihre Schuld nach unserer Auffassung von Recht bzw. nach unserem Rechtssystem abgessesen und kommen frei.
Jetzt zu sagen, nein das geht nicht, wäre inkonsequent.
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