Wirtschaft (Gesellschaft)

Wirtschaft (Gesellschaft)

Ich würde gerne mal wissen wo ihr wirtschaftlich steht (bitte nicht zu einer politischen Diskussion verkommen lassen). Dieser Thread kann auch dazu dienen um allgemein über die Wirtschaft zu reden. Der Thread ist für alle da, keiner wird ausgeschlossen. Auch wenn ihr meint nicht sonderlich viel Ahnung von Wirtschaft zu haben könnt ihr ruhig Fragen stellen oder mitdiskutieren (falls hier überhaupt eine Diskussion stattfinden wird). Ihr braucht keine Angst zu haben irgendwas "blödes" zu sagen, das Thema ist tatsächlich nicht ganz unkompliziert.

Ich steh wirtschaftlich eher auf der liberalen Seite. Ich bin für den freien Handel weltweit, und für die Freiheit jedes einzelnen und bin auch der Meinung, dass der Staat nicht zu viel in das Marktgeschehen eingreifen sollte. Freiheit bedeutet daher auch, dass Monopole nicht strafbar sind. Der Markt würde sich meiner Meinung nach nach einiger Zeit von selbst regeln.
Ich bin zwar für die Beibehaltung des progressiven Steuersystems, allerdings sollte der Höchstpegel nicht bei 50% Besteuerung liegen sondern nur bei ca. 25-30%. Ich persönlich finde es einfach falsch einem Menschen die Hälfte seines Einkommens wegzunehmen, egal wie reich er ist. Bin von daher logischerweise auch gegen die Erbschaftssteuer, aber die wird ja vermutlich in Östereich ab 2008 eh abgeschafft.
Damit bin ich wohl der klassichen / liberalen Ökonomie zuzuordnen.
Meine Lieblingsökonomen sind Adam Smith (der den Grundstein gelegt hat), David Ricardo, Thomas Malthus, John Stuart Mill, und Milton Friedman.

Ich bin größtenteils auch mit der Wirtschaftspolitik einverstanden, die Ronald Reagan oder Margaret Thatcher betrieben haben, auch wenn vor allem letztere oft kritisiert wurde.

Mit den Theorien von Keynes und den Sozialdemokraten kann ich mich nicht wirklich anfreunden.
Ich bin für den freien Handel weltweit, und für die Freiheit jedes einzelnen und bin auch der Meinung, dass der Staat nicht zu viel in das Marktgeschehen eingreifen sollte. Freiheit bedeutet daher auch, dass Monopole nicht strafbar sind. Der Markt würde sich meiner Meinung nach nach einiger Zeit von selbst regeln.

Damit machst du aus einer Sozialen Marktwirtschaft eine Marktwirtschaft.
Monopol führt nur zu Problemen. Kleine Firmen hätten somit gar keine Chance mehr. ^^
Die sind sowieso überflüssig. Die großen Firmen könnten die Preise senken(Was sie wahrscheinlich nicht machen würden..), wenns nich so viele Billigläden gäbe. Wäre auch nicht schlecht.
@Milton Friedmann
Kannst du mir mal erklären, wie sich eine freie Marktwirtschaft von einem Monopol erholen soll? Monopole sind gut für den Monopolisten und schlecht für den Verbraucher - und ich bin nunmal Verbraucher. Ich finde nichts daran.

Smith hatte doch gekürzt die Idee "Wen jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht." Ich folge seiner Idee mal soweit, dass sie funktionieren kann, solange alle gleichermaßen arbeiten können - aber was macht Smith mit Leuten, die nicht mehr arbeiten können (Alter, Krankheit)?
Was ist mit Denen die keine Lust haben?
Sehr, SEHR schwieriges Thema aber auch im höchsten Maße interessant.

Ich würde dir übrigens empfehlen, deine Position nochmal zu überdenken ;)

Smith z.B. hat sich hauptsächlich am sayschen Theorem orientiert, ging also davon aus, dass jemand "Produkte" Anbietet, um Profit zu erwirtschaften, mit welchem er dann selbst wieder nachfragt um erneut zu profitieren -> Kreislauf.

Nur hat er leiter vernachlässigt, dass Geld mehr als nur ein Tauschmittel ist sondern auch gehortet wird.
Es gibt also immer einen überschuss, der außerhalb des wirtschaftlichen Nexus abgesetzt werden muss.
So ist dann der Imperialismus entstanden :)


Wie auch immer, einerseits die freie Marktwirtschaft wollen und andererseits Monopole gutheißen beißt sich irgendwie. Ich würde dir empfehlen, SEHR VIEL über das Thema zu lesen und dann nochmal neu Position zu beziehen.
Eine freie aber auch soziale Marktwirtschaft halte ich für das richtige Modell für Deutschland. Unter sozial verstehe ich aber das nur die Leute Geld bekommen die es unbedingt brauchen und nicht welche die vielleicht nur nicht arbeiten wollen. Ganz nach dem Motto der FDP "Es muss ein recht auf Faulheit geben, es darf aber kein Recht auf staatlich finanzierte Faulheit geben."
Der Staat sollte sich grundsätzlich nicht in die Wirtschaft einmischen und diese Privatpersonen überlassen.

Die Sozialausgaben des Staates müssen auch drastisch niedriger werden. Man könnte zum Beispiel Die Rentenversicherung streichen und so was über die Privatwirtschaft laufen lassen.

Und Als Steuermodell würde ich ein Steuermodell das vielleicht von 15% bis 35% gehen würde. So das man normalerweise 25% für die wenig verdienenden und 35% für die besser verdienenden an Steuern verlangt. Aber wenn ein Wenigverdienender Frau und Kinder hat die Steuern für ihn auf 15% fallen, und für Besserverdienende von 35% auf 25% fallen würden. Umso mehr Kinder umso weniger Steuern.
Freiheit bedeutet daher auch, dass Monopole nicht strafbar sind. Der Markt würde sich meiner Meinung nach nach einiger Zeit von selbst regeln.

Wenn ich das nicht gleich als Unsinn abtun soll, muss gesagt werden, dass es schliesslich vom Produkt abhängt(Preiselastizität).


Ich wage erst mal gar nicht, mehr dazu zu sagen, weil ich nicht weiss, wie man eine politische Diskussion umgehen soll. Das schliesst ja eine Erwiderung auf die liberale Ansicht aus.
Ein Monopol kann aber auch dazu führen, dass sich die restlichen Firmen einen intensiven Konkurrenzkampf liefern um trotzdem noch an Marktanteil zu gewinnen, und starke Konkurrenz = niedrige Preise.
Was ich noch sagen wollte: eine freie Marktwirtschaft schließt doch ein Monopol nicht aus. Am Anfang haben alle die selben Chancen, wenn es eine Firma aber trotzdem schafft ein Monopol zu gründen, dann sei es ihr gegönnt. Eigentlich ist das dann ja nur die Belohnung dafür, dass sie die beste Strategie hatte, also nicht unbedingt unfair.

Und das ganze Sozialbeihilfensystem gehört überdacht. Es kommt ganz auf den Fall an, aber es ist oft besser den ärmsten weniger zu zahlen weil sie dann eventuell motivierter sind "aufzusteigen". Die haben erst dann Anspruch auf Beihilfe wenn's wirklich nicht anders geht. Wenn jeder Arme was bekommt macht denen das ja gar keine Lust auf arbeiten.
Monopol heißt aber: es gibt keine Konkurrenz. Also wenn du schon für Monopole bist, solltest du wenigstens wissen, was das ist.
Ein Monopol kann aber auch dazu führen, dass sich die restlichen Firmen einen intensiven Konkurrenzkampf liefern um trotzdem noch an Marktanteil zu gewinnen, und starke Konkurrenz = niedrige Preise.

Entweder sprichst du von Oligopolen(= "aufgeteiltes Monopol") oder vom marktwirtschaftlichen Kampf von Monopolisten von verschiedenen Güter.
Recht sinnlos, dünkts mich, weil sie auf ganz anderen Gebieten kämpfen.


Eigentlich ist das dann ja nur die Belohnung dafür, dass sie die beste Strategie hatte, also nicht unbedingt unfair.

Naha, ab dann ist es keine freie Marktwirtschaft mehr. Fertig.

Ausserdem brichst du ja noch einen Grundsatz der freien Marktwirtschaft. Du erlaubst es neuen Anbietern nämlich nicht, den Markt zu betreten, da irgendwann alles von Monopolen ausgefüllt sein würde.
Ich bin selber kein Wirtschftsmeister (ich informier mich aber sehr viel und mich interessierts auch) also gehen wir die Diskussion gelassen an. Sorry, falls es so rübergekommen ist als wüsste ich schon alles. So ist es nicht, ich lern aber gern von euch dazu :)

Ein Monopol heißt aber soweit ich weiß nicht immer 100% Marktanteil. Meistens gibt es bei einem Monopol nur eine Firma am Markt, aber es gibt doch auch Fälle wo eine Firma zB 95% Marktanteil hat und den Rest teilen sich kleine Firmen auf, oder?
nehmen wir mal das Beispiel Microsoft. Jeder meckert über Bill Gates was für ein böser Monopolist er sei, aber 100% Marktanteil hat er nicht. Man spricht trotzdem von einem Monopol.
Ein Monopol heißt aber soweit ich weiß nicht immer 100% Marktanteil.[...]

Doch, es könnte zwar immernoch ein Nachfragemonopol bestehen, nicht aber ein Anbietermonopol. Wenn der Marktanteil der Anbieter aufgeteilt wird, wäre es ein Oligopol.

Nachtrag:

Ich beziehe mich jetzt nur auf das Monopol per definitionem bzw. ceteris paribus Smiley

Bezieht man sich auf die "Realität" beachte man LeChucks folgenden Abschnitt.
Ja, das gibt es. Aber wenn es einen Marktbeherrscher gibt, der sich nicht um die Konkurrenz scheren muss (weil sie vernachlässigbar klein ist) handelt es sich um ein Monopol.

Eine Möglichkeit für den Monopolisten die Konkurrenz zu vernichten besteht zum Beispiel darin, die Produkte zu Dumpingpreisen (also unter Wert) zu verkaufen. Der kleinere Konkurrent kann nicht mithalten, geht bankrott und damit hat es sich. (geht bei allen Dingen, bei denen Qualität nicht hervorstehendes Merkmal ist).
Ein wunderbares Beispiel ist z.B. Aldi. Aldi hat genau das versucht, was LeChuck beschrieben hat, wurde aber vom Kartellamt gestoppt.

Es geht nunmal nicht ohne staatliche Intervention, sonst hätten wir wieder den "Raubtierkapitalismus" von vor über 100 Jahren.
@ einsamerschuetze

Echt? Ich glaubte immer, Aldi funktionere vorallem mit ihren "Massenverkaufskanälen". Mengenrabatt und so weiter, du weisst schon, was ich meine.

Aldi hat ja keineswegs das Monopol. Wie man auch bei LeChuck sehen kann: geht bei allen Dingen, bei denen Qualität nicht hervorstehendes Merkmal ist

Aber beim Essen gibt es oft die Unterscheidung von Qualität. s. Preiselastizität
Danke, ihr helft mir echt weiter mein wirtschaftliches Wissen zu erweitern :) Freut mich, denn das Thema beschäftigt mich im Moment sehr.

Und das Dumping bei Monopolisten auch was bringt, daran hab ich gar nicht gedacht, aber du hast Recht Käpt'n LeChuck, klingt logisch... Ich hab immer gedacht, dass zahlt sich nur bei Unternehmen aus die in den Markt einsteigen wollen oder sich am Anfang ein bisschen bei der Konkurrenz "breitmachen" wollen.
@ Gattsu

Bite bedenke deinen Aussagen nochmal...

Von: gattsu 09.05.07 - 20:49
Die sind sowieso überflüssig. Die großen Firmen könnten die Preise senken(Was sie wahrscheinlich nicht machen würden..), wenns nich so viele Billigläden gäbe. Wäre auch nicht schlecht.

09.05.07 - 20:55
Was ist mit Denen die keine Lust haben?


Eben nicht.
Keine Konkurenz => Monopol => du bestimmst die Preise und der Verbraucher hat nur 2 Möglichkeiten : entweder er akzeptiert es oder er lässt es sein und lebt ohne das Produkt.
Bei der sozialen Marktwirtschaft hat er eine 3. Wahl : Anbieter wechseln

Und zum Thema mit der Sozialhilfe.
Keine Lust haben macht nicht den Gesamtteil aus.
Wir sollten unsere alten und gehandycapten Mitmenschen nicht die Lebensgrundlage nehmen,nur weil ein paar keine Lust zum Arbeiten haben und abstauben wollen.
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