Geocaching versus Terrorismusbekämpfung (Gesellschaft)

Geocaching versus Terrorismusbekämpfung (Gesellschaft)

http://de.wikipedia.org/wiki/Geocaching

Diese moderne Form der Schnitzeljagd mit GPS-Gerät ist aber leider bei uns noch nicht so bekannt und es gibt in meiner Umgebung fast keine neuen Caches.

Wollte deshalb selbst einmal ein Cache erstellen, doch in der heutigen Zeit der Terrorismus-Paranoia ist jede versteckte Box Sprengstoff-verdächtig, selbst wenn sie nur Überraschungseierfiguren enthält. Caches sind deshalb, besonders in der Großstadt, bereits vom Aussterben bedroht!

Das Verstecken und Suchen eines Cache ist zwar nicht illegal, doch bewegt es sich, meiner Meinung nach, derzeit in einem rechtlichen Graubereich. Man deponiert die Box ja nicht auf eigenem Grund und Boden, sondern in der Regel im öffentlichen Raum.

Aus Angst vor einer Anzeige werden daher immer mehr Caches von ihren Erstellern zurückgezogen. Da es üblich ist, Namen und Kontaktdaten des Eigentümers in der Box zu hinterlassen, haben einfach immer mehr Leute Angst, ins Visier der Fahndung zu geraten.

Cache-Ersteller müssen nämlich leider immer häufiger Schadenersatz für unnötige Polizeieinsätze zahlen, die ihre Boxen verursacht haben. Diese Behälter werden zwar immer auch von außen entsprechend als "Cache" gekennzeichnet, doch Passanten, die diese zufällig finden, alarmieren dann meist trotzdem die Polizei.

Da ja erst kürzlich besonders viel über den kommenden (oder bereits existierenden) Überwachungsstaat diskutiert wurde, hier meine Frage(n):

Hat Caching eine reale Überlebenschance in der immer mehr reglementierten Welt? Inwieweit darf man heute noch den öffentlichen Raum für derlei Aktivitäten nutzen, ohne dass gleich Verdacht auf eine Straftat aufkeimt? Darf man (scheinbare) Sicherheit über die Rechte Einzelner stellen?

Natürlich will man mit einem Cache niemanden gefährden, doch hat, denke ich, jeder ein Anrecht darauf, in der von Überwachung und Terror-Ängsten überbordenden Gesellschaft sei eigenes Süppchen so gut wie möglich zu kochen (im Rahmen der Gesetze!).

Wenn ihr also das nächste Mal jemanden mit GPS-Gerät in dunklen Mauerecken oder hinter dichten Büschen in Bodennähe gespannt suchen seht, wisst ihr, dass er höchstwahrscheinlich nicht verrückt ist, sondern ein "Cacher". Und wenn ihr selbst einmal eine solche gekennzeichnete Box zufällig entdeckt, bitte sie wieder dort verstecken wo sie ursprünglich war!
Ganz, ganz einfach: Caches sind so zu verstecken, dass man sie nicht einfach findet!
Ich suche seit zwei Jahren ab und an mal einen, aber den Namen oder sogar die Kontaktdaten habe ich noch in keinem Cache gefunden. Es werden höchsten Community-Namen aufgezeigt, das wars aber auch schon.
Offizielle Catching-Verstecke der Polizei melden, fertig.

o.o
Trotzdem ist es schon öfters vorgekommen, dass (eigentlich gut versteckte) Caches gefunden worden sind.

In der freien Natur kann man beim Verstecken natürlich kreativ sein, doch in der Stadt hat man da nicht so viele Möglichkeiten. Natürlich gibt es auch in der City einige gute Verstecke, doch vor der städtischen Reinigung bei uns ist nichts sicher! Smiley

Vor allem aber schwirren bei jeder Tages- und Nachtzeit meist so viele Touristen rum, dass es echt schwierig ist, nicht beim Verstecken beobachtet zu werden.

Es kann auch sein, dass es anderswo üblich ist, nur Community-Namen im Logbuch zu hinterlassen. Bei den Caches, die ich bisher gefunden habe, wurden aber durchaus die richtigen Namen verwendet (denke ich mal) und auch eine Telefonnummer des Erstellers hinterlassen. Halte ich auch durchaus für sinnvoll.
Nachtrag:
Die Verstecke sind meist auf Internet-Seiten sowieso öffentlich zugänglich. Jeder kann nachschauen, wo Caches versteckt sind und sie so suchen!

Das Problem ist aber, dass "Caching" in der breiten Öffentlichkeit nicht gerade bekannt ist und fast jeder Außenstehende, der eine Box zufällig erspäht, sich in abstrusen Vorstellungen über den Inhalt selbiger ergeht.
Naja, in der Stadt macht cachen auch keinen Spaß und wer sollte schon im Wald in einer Tupperbüchse eine Bombe verstecken?!
Aufgrund Caches, die im Grünen versteckt sind, wird auch nicht die Polizei gerufen, da diese von "Nicht-Cachern" meist nicht gefunden werden (Flurreinigung ausgenommen; dann wird der Cache aber meist kommentarlos dem Müll beigefügt).

Stadt-Caches können aber durchaus Spaß machen! Habe mal ein Cache auf dem Wiener Zentralfriedhof gesucht sowie in der Innenstadt mit all den historischen Bauten und es war ziemlich interessant, wenngleich auch ein wenig peinlich, bei all den Leuten mit einem GPS-Gerät die Gegend abzuklappern und mit Block und Stift bewaffnet die gestellten Aufgaben zu lösen.

Gerade aber solche Caches werden immer weniger, da immer mehr aufgelassen und nicht wenige auch von Ordnungskräften als "potentielle Gefahr" entfernt werden. Auch wenn sie eigentlich niemanden stören.
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