Pentium 4 Nachtrag (Hard- und Software)

Pentium 4 Nachtrag (Hard- und Software)

wie versprochen leider mit ein tag verspätung
der bericht über den Pentium 4!


Die IDF

Zum siebten Mal fand das Treffen führender Hard- und Softwareentwickler unter der Regie von Intel statt. Zweimal im Jahr stellt der Protessorgigant in diesem Rahmen seine neusten Technologien vor, um eine optimale Ausreizung von bzw. maximale Kompatibilität zu PC-Komponenten, Anwendungen und Spielen zu gewährleisten. Obwohl die Firmenpolitik sonst oft Anlass zu Diskussionen gibt (Abmahnung von Fachmagazinen, agressives Vorgehen gegen Mitbewerber), unterscheidet sich Intel durch die IDF doch auf professionelle und intelligente Art von der Egozentrik anderer Konzerne.
So ist die IDF trotz der geballten Marketingmacht von "Chipzilla" viel mehr als eine reine Leistungsschau: Diskussionen, Konfrontationen und Denkanstöße würzen das Treffen von jeher. Nicht von ungefähr wuchs die Besucherzahl von zunächst 829 auf mehr als 5000 an -Hauptsächlich Vertreter der Industrie und handverlesene journalisten.


Pentium 4

Auch wenn Zweifel an der Rolle Intels als Geburtshelfer objektiver Berichterstattung bleiben, der Verbraucher interessiert sich mehr für Produkte - allen voran den "Pentium 4". Unter dem Codenamen "Willamette" entwickelt, steht jetzt endgültig fest, dass der jüngste Spross der x86-er Baureihe den traditionellen Namen in vierter Generation tragen wird. Als wahrscheinlichster Releasetermin wird der "16. Oktober 2000" gehandelt, doch wollte von offizieller Seite niemand dieses Datum bestätigen.
Wie schon beim Pentium 3 steht das Internet im Mittelpunkt des Intel-Marketings. Waren es beim Vorgänger noch die SSE-Befehle, die "das Internet schneller..." machen sollten, amüsiert man die Analysten in diesem Jahr mit dem Begriff "Netburst". Ohne dem Pentium 4 oder gar der Firma zu nahe treten zu wollen: Dieser Begriff ist ein reines Schlagwort und sagt nichts darüber aus, ob die Net-Funktionalität im Vergleich zu Produkten des Konkurrenten AMD verbessert werden kann. Trotzdem beeindrucken die reinen Leistungsdaten des Pentium 4 zunächst, allein der Bustakt von 400 MHz und das neuartige Level-1-Cache mit einem theoretischen Datendurchsatz von bis zu 48 GByte pro Sekunde versprechen mehrfach potenzierte Power in Vergleich zum Vorgängermodell.


Benchmark mit Fragezeichen

Laut Intel ist der Pentium 4 in allen Kategorien besser als der Pentium 3. Um zu belegen, dass ein auf 1,4 GHz getakteter Pentium 4 immerhin 1,5 mal schneller als ein Vorgängermodell mit 1,0 GHz sein soll, präsentierte man ein Benchmark-Ergebnis - allerdings in der Tat nur eines. Und diese einzige Zahlenangabe auf Basis des Windows-Media-Encoder-Tests aus dem Sysmark 2000 sagt wenig über die Leistungsfähigkeit z.B. im 3D-Bereich aus: Der Media-Encoder-Test belastet lediglich die Bandbreite des CPU-Bussus. Sie beträgt 3,2 GByte/s beim Pentium 4 und nur 1,06 GByte/s beim Pentium 3. Diese Zahlen geben Auskunft darüber, auf wie viel Speicher die CPU theoretisch pro Sekunde zugreifen kann; das ist aber auch schon alles.
Da sich Intel trotz massivem Pressedruck nicht zu weiteren Benchmarks überreden ließ, sind derzeit noch keine Aussagen über die wahren Fähigkeiten des Pentium 4 möglich. Das der neue Chip in anderen Bereichen lediglich bis zu 7 Prozent schneller als die herkömmlichen CPUs sein soll, stimmt bedenklich. Es bleibt somit abzuwarten, wie sich die papierenen Muskeln des Pentium3-Nachfolgers letzendlich auf die Spieleperformance auswirken werden.


Die 2 GHz Schallmauer fällt

Beeindrucken wollte und konnte man dann aber doch noch: Ein sage und schreibe 2 GHz getakteter Pentium 4 wurde vorgeführt - und lief stabil! Umso erstaunlicher, als der wegen seiner starken Hitzeentwicklung als Heizkraftwerk verschriene Pentium 4 trotz der extremen Übertaktung lediglich mit konventionellem Kühlkörper und Lüfter ausgerüstet war. Allerdings wurden auf diesem System keinerlei Benchmarks oder Applikationen vorgeführt...
Für den Endkunden heißt es also mal wieder: abwarten. Abwarten, bis die inoffiziellen Einstiegspreise von etwa 1500,- DM gesunken sind (mit Einführung des Pentium 4 werden trotz des hohen Dollarkurses wohl auch die Preise aktueller Pentium 3- und Athlon-Systeme ins Rutschen geraten). Abwarten, bis die durch den neuen Sockel für den Betrieb nötigen Motherboards inklusive der neuen Chipsätze stabil getestet werden können. Und natürlich warten auf die ersten Praxisläufe im Spieleralltag!

(Quelle PC Joker 11/2000)
1. Wer sich das durchliest muss mächtig viel Zeit haben.
2. Danke fürs viele Tippen.

:)
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