Was ist eigentlich aus Cheat-Codes geworden?
Mitte September 2025 entdeckten Spieler einen versteckten Code in Hollow Knight Silksong, eine Variante des alten Konami-Codes mit der Eingabe oben, unten, oben, unten, links, rechts, links, rechts. Aufgefallen war die Folge zunächst Datenschürfern, die den Spielcode auslasen. In den meisten Spielen der 80er und 90er hätte der Code nun Unverwundbarkeit oder Extra-Leben freigeschaltet. Aber hier schaltet er den sogenannten Steel-Soul-Modus frei, bei dem der erste Tod den gesamten Spielstand löscht, und macht das ohnehin schon harte Spiel nochmal härter. Zwei Tage nach Erscheinen spielten knapp 600.000 Menschen Silksong gleichzeitig, wer auf eine eingebaute Erleichterung hoffte, suchte vergebens.
Wie Hashimoto den Konami Code vergaß
Der Konami Code stammt aus einem Versehen. Kazuhisa Hashimoto, der die brutal schwere Spielhallen-Fassung von Gradius auf das Famicom portierte, kam beim Testen selbst nicht durch und legte sich eine Tastenfolge an, die ihm im pausierten Spiel alle Extrawaffen gab. Gedacht war sie nur für ihn. Vor dem Verkaufsstart sollte sie wieder raus, was niemand erledigte. So erschien die japanische Famicom-Version am 25. April 1986 mit dem Code, Tester gaben ihn weiter, und über Contra, wo er 30 Leben spendierte, wurde er weltberühmt. 2010 trug ihn Guinness World Records als bekanntesten Cheat-Code überhaupt ein.
Auf dem PC verlief die Sache anders. Wer dort in den Achtzigern nach Cheats für PC-Spiele suchte, stieß seltener auf eine im Spiel versteckte Tastenfolge als auf sogenannte POKE-Befehle, mit denen sich einzelne Werte im Arbeitsspeicher überschreiben ließen. Daraus wurde schnell ein Geschäft. Geräte wie das Game Genie verkauften, was Bastler zuvor von Hand erledigt hatten. Nintendo zog gegen den Hersteller dieses Steckmoduls vor Gericht und verlor, der Verkauf blieb erlaubt. Spielezeitschriften druckten seitenweise Codes ab, von denen viele heute in Cheat-Datenbanken weiterleben.
Die Trophäen ab 2005 und ein Verdacht, der sich hartnäckig hält
Mit der Xbox 360 kam im November 2005 der Gamerscore, die PlayStation 3 zog 2008 mit ihren Trophäen nach. Von da an hing an jedem geschafften Bosskampf ein dauerhafter, öffentlich sichtbarer Eintrag im Spielerprofil. Seitdem hält sich die Erklärung, dieses Belohnungssystem habe die Cheat-Codes verdrängt. Sie greift zu kurz. Viele Spiele lösten den Konflikt einfach, indem ein eingeschalteter Cheat die Trophäen für die laufende Sitzung sperrt und nach einem Neustart wieder zulässt. Grand Theft Auto V handhabt es bis heute so.
Bonuslogiken zwischen Spiel und Plattform
In Online-Casinos entstehen solche Vorteile häufig über Bonusmodelle, die Spielern zusätzliches Guthaben oder Freispiele bereitstellen. Wer sich über Casinos mit Bonus, empfohlen von casino.at Experten oder anderen Branchengrößen informiert, stößt schnell auf ein System aus Bedingungen und Gegenleistungen, das weniger mit klassischem Schummeln zu tun hat als mit klar definierten Spielrahmen. Der Bonus verändert nicht die Regeln selbst, sondern die Startposition innerhalb dieser Regeln.
Damit verschiebt sich der Charakter des Vorteils: nicht verborgen wie ein alter Cheat-Code, sondern transparent geregelt und an Bedingungen geknüpft. Vergleichbar mit modernen Assist-Optionen im Gaming entsteht kein Bruch im System, sondern eine offiziell vorgesehene Abweichung vom Standardverlauf kalkuliert, nachvollziehbar und Teil des jeweiligen Ökosystems.
Aus Geheimnissen wird Verkaufsware
Die zweite Erklärung ist unbequemer, und in den Foren der Szene hört man sie häufiger. Vieles, was früher ein versteckter Cheat oder eine freischaltbare Belohnung war, steht heute im Shop, von Kostümen über Fahrzeuge bis zur Spielwährung. Grand Theft Auto V brachte 2013 noch 34 Cheats mit, einen Geld-Cheat darunter aber nicht. Bargeld für den Online-Modus verkauft Rockstar seither über die sogenannten Shark Cards, gegen echtes Geld. Ob das eine mit dem anderen zu tun hat, lässt sich nicht beweisen. Einen Geld-Cheat im Einzelspieler-Modus gibt es bis heute nicht.
Eine belastbare Zahl für diesen Rückgang existiert ohnehin nicht. Die wenigen Umfragen, die dazu kursieren, stammen meist von Anbietern, die selbst Cheat-Software verkaufen, und taugen schon deshalb nicht als neutraler Beleg.
Trainer und Cheat Engine 7.7
Vom PC ist das Mogeln trotzdem nicht verschwunden, es ist umgezogen. An die Stelle der eingebauten Tastenkombination traten Programme, die von außen in den laufenden Speicher eingreifen. Cheat Engine, der bekannteste dieser Memory-Editoren, erschien am 29. Mai 2026 in der Version 7.7. Daneben verkaufen kommerzielle Trainer-Dienste wie PLITCH fertige Optionspakete für mehrere Tausend Einzelspieler-Titel, teils im Abo. Was früher ein kostenloses Geheimnis war, ist damit zu einem Produkt geworden. Ohne Risiko läuft das nicht. In Online-Spielen kostet derselbe Eingriff den Zugang, weil die Anti-Cheat-Systeme ihn als Manipulation werten, und selbst die Entwickler von Cheat Engine weisen auf ihrer Seite darauf hin, dass die Nutzung gegen die Bedingungen eines Spiels verstoßen kann. Auf Konsolen funktioniert das ohnehin nur mit modifizierter Hardware, weshalb diese Art zu mogeln fast vollständig auf dem PC stattfindet.
Aus dem Cheat Mode wird Assist Mode
Den dritten Weg gehen die Entwickler selbst. Das Plattformspiel Celeste bot 2018 einen Modus, der Unverwundbarkeit, unendliche Ausdauer, langsameres Tempo und das Überspringen ganzer Kapitel erlaubt. Intern hieß diese Funktion zunächst Cheat Mode. Designer Matt Thorson fand das Wort zu wertend und benannte sie in Assist Mode um. Vor dem Einschalten blendet das Spiel bis heute eine Warnung ein, die es ausdrücklich als fordernd gemeint beschreibt. Am Spielgefühl änderte die Umbenennung nichts. Die Erfolge bleiben anrechenbar, und vom Schummeln spricht niemand mehr. Auch Super Mario Odyssey hat einen solchen Assist-Modus. Wo genau die Grenze zwischen Hilfe und Cheat liegt, beantworten die Studios bis heute unterschiedlich.