Automatisierung = Arbeitslose (Gesellschaft)

Automatisierung = Arbeitslose (Gesellschaft)

Ich bin ja in der Automobilindustrie tätig und beobachte schon seit mehr als 10 Jahren den stetigen Fortschritt...

Die Lohnzurückhaltung in den vergangenen Jahren der Gewerkschaften brachte im wesentlichen ein, das die Betriebe mehr Geld übrig hatten um neue Produktionsanlagen zu bauen mit denen viele weitere menschliche Arbeitskräfte eingespaart wurden.

Ausserdem werden stetig sogenannte "Prozessoptimierungsmasnahmen" vorgenommen, was in der Praxis nichts anderes bedeutet als das weniger Arbeitskräfte mehr Arbeit in möglichst noch geringerer Zeit erledigen sollen..!
In der Firma wo ich arbeite läuft momentan Phase 2 dieser "Prozessoptimierung", wobei angestrebt wird das jeder Arbeitnehmer zu 97% ausgelastet wird..!
Die restlichen 3% sind für persönliche Bedürfnisse wie zB. was trinken, aber auch für arbeitsmäsig erforderliche Tätigkeiten wie z.B. Arbeitshandschuhe wechseln vorgesehen.
Damit sind für mich die Grenzen der Humanität überschritten!

In Phase 1 wurden schon alleine in meiner Arbeitsgruppe 3 Leute eingespaart von ürsprünglich 10, eine weitere Arbeitskraft soll eh jetzt noch eingespaart werden und zusätzlich kommt nächstes Jahr ein neues Produktionsband wobei viele weitere Arbeitsprozesse Automatisiert werden...!

Wo soll das hinführen..?
Die Produktion wurde schon praktisch innerhalb 10 Jahren verdoppelt ohne das mehr Arbeitskräfte dafür nötig sind...
Die Antwort heisst:
0% Jobs 100% kriminalität
@Noah Master
Wie ist das zu verstehen?
Dieser Prozess wurde 1848 bereits von Marx erkannt, streckt sich durch alle Industrien (und dank den Errungenschaften des Computers wohl bald auch bei den Dienstleistungen).

In den letzten 10 Jahren konnte die Produktion verdoppelt werden, ohne dass man mehr Arbeitskräfte brauchte? Nun, irgendwann wird die Maschiniesierung so weit fortgeschritten sein, dass man gar keine (oder nur noch verschwindet wenige) Arbeitskräfte benötigt. Und dann kippt die bisherige politische Ökonomie, denn irgendwer muss das zeug ja von seinem Geld kaufen, sonst nutzen all die schönen Autos nichts.
Hier ein älterer Thread zum "selben" Thema.

Und http://www.mogelpower.de/forum/showmsg.php?id=1492940&;archiv=1|hier die Meinung eines angesehenen US-Ökonomen von mir damals zusammengefasst.

Man muss sich in absehbarer Zukunft mit neuen Formen des Gelderwerbs beschäftigen, da es irgendwann nicht mehr genug Arbeitsplätze geben kann, um große Bevölkerungsteile zu ernähren.

Zwar wird man sicherlich auf absehbare Zeit immer noch Forscher, Ärzte, Ingenieure oder Anwälte brauchen, aber - so gut wie - alle anderes Berufsfelder werden in den nächsten Jahrzehnten nur noch stark eingschränkte Beschäftigungsmöglichkeiten bieten können.
vielleicht kann man auch ohne geld leben, laso damit mein ich das es kein geld mehr auf der erde gibt
Wäre eine Möglichkeit. Wenn die Automatisierung sowieso alles herstellt, was benötigt wird?
Naja, ich schätze mal, dass jetzige system gerät schon aus den fugen, bevor alle arbeit mit maschinen erledigt wird...

man muss auch das Problem der Verteilung lösen. Bis jetzt wird es ja so geregelt, dass man seine Arbeitskraft zum Verkauf stellt und im Gegenzug Produkte erhält (über die Zwischenstation Geld). Wenn das alles von Maschinen erledigt wird, kann keiner mehr seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Man muss also die Produkte "für lau" verteilen.
Jetzt ist halt die Frage: Wer kriegt wie viel? Früher wurde das selbstständig übers Gehalt geregelt, wer wie viel bekommt.
Jetzt arbeitet keiner mehr. Soll jeder das selbe kriegen? Eigentlich ja ungerecht.
Man muss also einen neuen Weg finden, die Güterverteilung sicherzustellen. Für Faul-auf-der-Haut lieger gibts ne kleine Wohnung und Verköstigung (so wie Sozialhilfe heute). Aber für das, was jetzt zum Beispiel ehrenamtliche Arbeit ist sollte es schon etwas mehr sein(auch als Anreiz, es überhaupt zu machen!). Schließlich dürfte das dann das einzige Betätigungsfeld sein, das bleibt.
Nur wegen nen paar arbeitslosen mehr oder weniger auf Fortschritt zu verzichten kommt mal gar nicht in Frage. Der Kapitalismus funktioniert, deswegen gibt es ja hier Weiterentwicklung.
@Käpt'n: Der Kapitalismus mündet zwangsläufig im Kommunismus. Aber das wird noch ne sehr lange Zeit brauchen, leider :/. Solange müssen wir uns weiterhin mit den Problemen rumschlagen, die eine Zivilisation so durchzustehen hat auf dem Weg in Richtung Zukunft. Wir leben nunmal zu ner echt schwierigen Zeit, ich wär auch lieber 200 Jahre später geboren worden :( aber wir haben pech und leben nunmal in der 'Entwicklungsphase', also macht das beste draus ;)
Auf Fortschritt verzichten will hier glaub ich auch niemand.
Aber irgendwie müssen wir ja mal überlegen, wie man das löst. (besonders die Übergangsphase, in der zwar schon nicht mehr genug Konsumenten da sind, aber immer noch Menschen arbeiten müssen, weil nicht auf einen Schlag alle Arbeit von Maschinen übernommen wird.)

PS: Bisher hat uns noch niemand als linke Fanatisten beschimpft und uns an Stalins Verbrechen erinnert. Halten wir also fest, dass Kapitalismus und technischer Fortschritt uns zwingen, unser Gesellschaftssystem weiterzuentwickeln. Wie man dieses System dann nennt, ist ja erstmal egal, nur wie es aussehen soll, würde ich jetzt gerne herausfinden!
Wenn man sagt, Kapitalismus führt zu Kommunismus bekommen viele einen Riesenhals und fangen mit Stalin und seinen Lagern an.
Dass der Kapitalismus nicht auf Dauer bestehen kann ist klar, irgendwann wird er durch "etwas" abgelöst, was am ehesten den neuen Bedingungen entspricht. Ich denke, dass dieses zukünftige System am ehesten mit Kommunismus im utopischen Sinne vergleichbar ist, nicht mit dem den sich Stalin & co ausgedacht haben.
ES GAB BISHER NOCH KEINEN KOMMUNISMUS! vergesst das nicht. Es gab zwar einige Versuche ihn umzusetzen, aber diese sind alle gescheitert und endeten im Massenmord an Millionen von Unschuldigen. (Vielleicht gerade wegen des noch nicht vorhandenen technischen Fortschritts?)
was ich sagen will ist, dass nicht alle

>>ES GAB BISHER NOCH KEINEN KOMMUNISMUS!<<

akzeptieren...

Und die schreiben dann "Ihr mögt Stalin und seid doof"-Posts. Dem wollte ich vorbeugen. Schlagende Gegenargumente meinetwegen. Die ließen nur so lange auf sich warten und meist kommt dann einer mit sowas wie ich weiter oben schon erwähnte.
Tja wenn dann halt wer kommt und das erzählt hat er keine Ahnung, was mir dann aber relativ egal ist. Es gab bisher noch keinen Kommunismus, so ist das nunmal. Es gab nur das, was Stalin, Mao, Fidel und wie sie alle heißen für sich aus dieser Lehre herausinterpretiert haben, um eine eigene, dem Kommunismus völlig fremdartige Diktatur zu installieren.
Na, nu lasst nicht selbst eure eigene Diskussion entgleisen ;o)
Das ist tatsächlich paradox, die Maschinisierung sollte uns den Alltag erleichtern, stattdessen gehen dadurch immer mehr Jobs verloren. Wirklich schlimm find ich das nicht, In 10-20 Jahren werden nur noch 40% der Erdbevölkerung arbeiten müssen, um alle zu ernähren. Verteilt man die Arbeit dann also auf alle gleich, is der Sinn der Automatisierung doch erfüllt worden...
Darauf haben wir uns ja schon geeinigt. Jetzt ist nur die Frage nach dem "Wie?" noch unbeantwortet.
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